Dachau:Die Grauen Panther sind wieder da

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Dachau: Die Freiwillige Feuerwehr Dachau ehrt ihre "Grauen Panther": Wolfgang Rönsch (Vertreter Dienstbetrieb im Vorstand), Kommandant Thomas Hüller, Vorsitzender Florian Reiter, Rudolf Hornung, der stellvertretende Vorsitzende Matthias Glück, Georg Obinger, Schriftführer Fabian Schürg, Erwin Zehrer, stellv. Kommandant Gerd Lobmeier, Martin Kreitmair und Hans Seelos.

Die Freiwillige Feuerwehr Dachau ehrt ihre "Grauen Panther": Wolfgang Rönsch (Vertreter Dienstbetrieb im Vorstand), Kommandant Thomas Hüller, Vorsitzender Florian Reiter, Rudolf Hornung, der stellvertretende Vorsitzende Matthias Glück, Georg Obinger, Schriftführer Fabian Schürg, Erwin Zehrer, stellv. Kommandant Gerd Lobmeier, Martin Kreitmair und Hans Seelos.

(Foto: privat/Freiwillige Feuerwehr Dachau)

Die Freiwillige Feuerwehr Dachau ehrt eine Riege verdienter Mitglieder, die so heißen wie eine längst aufgelöste Seniorenpartei. In diesem Fall ist der Name dennoch klug gewählt.

Glosse von Gregor Schiegl, Dachau

Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die Grauen Panther. Die Seniorenpartei, gegründet von der ehemaligen Grünen Trude Unruh, kämpfte für höhere Renten und niedrigere Bordsteinkanten. Ihren größten Triumph feierten die Panther im Jahr 2006. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus erzielten sie 3,8 Prozent. Höher sollten sie bei einer Landtagswahl nie mehr springen. Nach einer Spendenaffäre lösten sich die Grauen Panther 2008 auf, und das war's. Ciao, ciao, miau.

Nun feiern sie in Dachau ein unerwartetes Comeback, allerdings nicht als politische Avantgarde am Rollator, sondern als Veteranen an den Löschrohren. Die Freiwillige Feuerwehr Dachau hat in ihren eigenen Reihen nämlich auch eine Abteilung, die sich "Die Grauen Panther" nennt. Dabei handelt sich um Feuerwehr-Frauen und -Männer, die nach einer mindestens 25-jährigen aktiven Dienstzeit der Truppe als Mitglied im Feuerwehrverein weiter die Treue halten. Die Kommandanten Thomas Hüller und Gerd Lobmeier übergaben mit den Vereinsvorsitzenden Florian Reiter und Matthias Glück jüngst die Urkunden für 50-jährige Vereinszugehörigkeit an Rudolf Hornung sowie für je 60-jährige Vereinszugehörigkeit an die Altpanther Georg Obinger, Erwin Zehrer, Martin Kreitmair und Hans Seelos. 60 Jahre, das sind umgerechnet fünf Pantherleben. Eine reife Leistung.

Hier ist der Panther dahoam

Dass man sich auch bei der Feuerwehr mit der eleganten Großkatze identifiziert, ist nachvollziehbar. Der Igel ist zwar auch ein sympathisches Kerlchen und das Eichhörnchen hat viele Fans im Land, der Panther gilt aber nach wie vor als schnellstes Tier zu Lande und auf Schnelligkeit kommt es bei der Feuerwehr schließlich an. Durch die Pfalzgrafen von Ortenburg hat ein blaues Exemplar des Pardels zudem Eingang ins bayerische Wappen gefunden, man kann also sagen: Hier ist der Panther dahoam. Schon in der Antike war er wohlgelitten, wie man im "Physiologus" nachlesen kann: "Der Panther schläft drei Tage, wenn er sich gesättigt hat. Dann erwacht er und erhebt seine Stimme, wobei zugleich ein überaus köstlicher Wohlgeruch seinem Mund entströmt." Eine These, die beim Küssen der bewährten und geehrten Feuerwehrfrauen und -männer noch zu beweisen wäre.

Nicht überraschend ist, dass in der alten Quelle als einziger Feind "der Drache" angeführt wird. Es handelt sich dabei um jenes Schuppentier, das oft verheerende Feuersbrünste auslöst. Meist weil er beim Aufwärmen des Gulaschs vergisst, die Herdplatte auszuschalten. Wir werden eben alle nicht jünger.

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