Im Herbst soll es wieder das „Street Food & Familien Festival“ in Dachau geben – aller Voraussicht nach am 12. und 13. September an der Stadtbücherei auf dem Max-Mannheimer-Platz. Der Event mit Essensspezialitäten aus aller Welt, Tanzshows und Kinderprogramm lockte bei der Premiere im vergangenen Jahr nach Angaben des Veranstalters mehr als 7000 Besucher an. Organisiert wird das Festival von der Isar Entertainment GmbH zusammen mit dem örtlichen Gewerbeverein „Dachau handelt.“
Vor der Corona-Pandemie hatten Dachauer Gewerbetreibende in Eigenregie jedes Jahr die „Lange Tafel“ in Dachau entlang der Münchner Straße auf die Beine gestellt. Das Straßenfest zählt bis zur Corona-Pandemie zu den beliebtesten Veranstaltungen der Stadt; für die Dachauer Geschäftsleute war es eine gute Gelegenheit, sich werbewirksam zu präsentieren. Doch weil Sicherheitsvorschriften immer weiter verschärft wurden, wurde die Organisation zu aufwendig und teuer. Die „Lange Tafel“ wurde eingestellt.
Ob das „Street Food Festival“ ein adäquater Ersatz für die „Lange Tafel“ ist, darüber gehen die Meinungen nach Angaben der Dachauer Stadtverwaltung auseinander. Die Besucherzahlen sind mit denen der „Langen Tafel“ durchaus vergleichbar, in ihren besten Zeiten hatte diese etwa 10 000 Besucher. Knapp zwei Drittel der Besucher beim neuen „Street Food Festival“ kamen aus dem Landkreis, das können die Veranstalter aus den Daten beim Ticket-Verkauf feststellen, aber auch bis aus Landshut und Augsburg.
Allerdings gibt es auch Kritik, und die entzündet sich insbesondere an den Preisen. Die fasste Grünen-Stadtrat Modlinger im Hauptausschuss des Stadtrats zusammen: Ein Döner für mehr als zwölf Euro, zehn Euro fürs Kinderschminken, rechnete er vor, nur die Hüpfburg sei kostenlos gewesen: „Das betrachte ich nicht als familienfreundlich.“ Kinder- und Familienfreundlichkeit, ist aber genau das, womit der Veranstalter für sein Festival wirbt. In den anderen Fraktionen war der Tenor positiver: Hauptsache, es ist etwas los – und die Stadt muss die Kosten dafür nicht tragen.
Im Frühjahr sind die Grünanlagen sehr empfindlich
Ginge es nach den Veranstaltern, gäbe es das Streetfood Festival zweimal pro Jahr in Dachau – einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Doch schon beim letzten Mal hatte das Festival die Grünanlagen des Moorbadparks in Mitleidenschaft gezogen. Das war im Herbst gewesen. „Ein Termin im April ist denkbar schlecht“, sagte Stadtgärtner Stefan Tischer. „Der Boden ist feucht, das Gras noch nicht richtig angewachsen.“ Der Park könnte nachhaltigen Schaden nehmen, fürchtet er.
Im Hauptausschuss bildete sich daher schnell ein Konsens, auf das Spektakel im Frühjahr lieber zu verzichten und es bei dem Herbst-Event zu belassen. Formell beschlossen ist damit noch nichts, der Hauptausschuss bereitet die Beschlüsse lediglich für den Stadtrat vor. Allerdings ist das Stimmungsbild so eindeutig, dass eine 180-Grad-Wende kaum zu erwarten ist.
Neben dem Streetfood- und Familienfestival möchte der Veranstalter in Kooperation mit „Dachau handelt“ auch ein Altstadtfest organisieren. So etwas gab es bis vor zehn Jahren in Dachau auch schon mal. Es wurde aber aus denselben Gründen aufgegeben wie die „Lange Tafel“. Zu diesen Plänen finden momentan noch Abstimmungen statt. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, soll das Konzept demnächst ebenfalls im Hauptausschuss vorgestellt werden.

