Dachau:Ernst Grube an der Spitze der Lagergemeinschaft

Die Lagergemeinschaft Dachau hat den 88-jährigen Holocaust-Überlebenden Ernst Grube bei ihrer Präsidiumswahl am 22. Oktober in seinem Amt als Präsident bestätigt. Als Vizepräsident wurde der Dachauer Psychotherapeut Jürgen Müller-Hohagen wiedergewählt. Die Aufgabe des Kassiers hat der Filmemacher Josef Pröll, dessen Eltern im Widerstand gegen die Nazis kämpften, übernommen. Die Zeitgeschichtsforscherin Anna Andlauer ist Schriftführerin. Die Lagergemeinschaft wurde 1946 von ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau gegründet. Die meisten von ihnen waren politische Gefangene. Von Anfang an arbeitete die Lagergemeinschaft eng zusammen mit dem Internationalen Dachaukomitee (CID), in dem viele Nationen vertreten sind.

Die Vereinigung hat maßgeblich daran mitgewirkt, dass 1965 eine Gedenkstätte entstanden ist. Politische Kräfte hatten in den 1950er Jahren das Gelände einebnen wollen, um die unbequeme Erinnerung auszulöschen. So forderte etwa der damalige CSU-Landrat Heinrich Junker 1955 den Abriss des Krematoriums. Die KZ-Gedenkstätte zählt heute 900 000 Besucher im Jahr, darunter Überlebende aus aller Welt und ihre Angehörigen. Inzwischen, heißt es in der Pressemitteilung, seien eine ganze Reihe Kinder und Enkel von Überlebenden Mitglied, aber auch Freundinnen und Freunde, Weggefährten von Überlebenden, Engagierte rund um den Gedenkort Dachau. Mit all diesen Menschen engagiert sich die Lagergemeinschaft, das Vermächtnis der NS-Verfolgten lebendig zu halten und die Erinnerungsarbeit in die Zukunft zu tragen.

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