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Dachau:Energiemanager für 50 Gebäude

Landkreis prüft, wie er Ausgaben für Strom und Heizung senken kann

Von Thomas Balbierer, Dachau

Braucht der Landkreis für seine Gebäude einen Energiemanager? Diese Frage stand bei der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses des Kreistags im Raum. Gerade hatte Felix Geyer, ein vom Landkreis beauftragter Energieberater, dargestellt, dass schon feine technische Einstellungen - etwa an der Lüftungsanlage einer Schule - reichten, um Energiekosten spürbar zu senken. Um bis zu 100 000 Euro im Jahr, schätzt der Experte, könnte die Strom- und Heizkostenrechnung des Landkreises durch gezielte Maßnahmen schrumpfen. Bei Energiekosten von circa 1,1 Millionen Euro im Jahr wären das neun Prozent - nicht schlecht, und das ohne teure Neuanschaffungen oder Umbauten. Ein eigener Energiemanager oder ein externer Dienstleister müssten die Landkreisgebäude dafür näher unter die Lupe nehmen und die Haustechnik richtig einstellen.

"Können das nicht auch die Hausmeister machen?", fragte Grünen-Kreisrat Arthur Stein. Oder gar der Kundendienst, hakte CSU-Mann Josef Riedlberger nach. So könnten nicht nur Energiekosten, sondern auch Ausgaben für die zusätzliche Aufgabe gespart werden. Geyer, Bereichsleiter beim Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza), wiegelte ab. Viele Hausmeister seien fachfremd oder "betriebsblind", und die Servicefirmen stellten Heizanlagen aus Prinzip etwas höher ein - um Beschwerden zu vermeiden. Logisch, dass Geyer dem Ausschuss die Dienste seiner eigenen Firma nahelegte.

Für 24 000 Euro im Jahr würde eza, eine gemeinnützige GmbH, das Energiemanagement für den Kreis übernehmen. Angesichts hoher staatlicher Förderungen läge der Dachauer Eigenanteil bei nur 7000 Euro.

ÖDP-Kreisrat Leonhard Mösl sagte, die Kosten-Nutzen-Rechnung spreche für sich, Bündnis-Mann Peter Heller bezeichnete das Energiemanagement mit Blick auf den Klimaschutz als "oberstes Gebot", der Landkreis könne eine "Vorbildfunktion" einnehmen. Entschieden wurde jedoch nichts, das Landratsamt will nun intern "noch eingehender" prüfen, ob sich die zusätzlichen Ausgaben lohnen würden.

Der Landkreis verfügt derzeit nach eigenen Angaben über 50 bewirtschaftete Gebäude, darunter Schulen, Sporthallen, Bauhof und Verwaltung. Die Kosten für Strom, Heizung und Wasser sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, seit 2005 um 56 Prozent, die Gesamtfläche wuchs um 22 Prozent.

© SZ vom 16.07.2020

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