Eissport in DachauLanger Weg zur Eisarena

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Auf der Fläche der derzeitigen Eisbahn wird die neue Georg-Scherer-Halle entstehen.
Auf der Fläche der derzeitigen Eisbahn wird die neue Georg-Scherer-Halle entstehen. (Foto: Niels P. Jørgensen)
  • Der Eissportverein Woodpeckers Dachau will eine neue Eisarena für sechs bis sieben Millionen Euro selbst bauen, nachdem sich die Stadt das nicht leisten kann.
  • Seit August 2024 besteht Baurecht im Sportpark an der Gröbenrieder Straße, der ursprünglich geplante Eröffnungstermin Ende 2026 verschiebt sich auf Winter 2028.
  • Die Finanzierung soll hauptsächlich über Großsponsoren, staatliche Zuschüsse und Kredite erfolgen, derzeit laufen Vertragsverhandlungen mit der Stadt über Erbpacht und Nutzung.
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Eigentlich wollten die Woodpeckers ihr neues Eisstadion Ende 2026 eröffnen. Jetzt hofft man auf Winter 2028. Baurecht besteht schon, und mit der Stadt laufen Vertragsverhandlungen.

Von Alexandra Vettori, Dachau

Zwischen sechs und sieben Millionen Euro soll die neue Dachauer Eisarena kosten, auf dem Spendenkonto liegen derzeit gerade einmal 20 000 Euro. Stefan Steurer, den Vorsitzenden des Eissportvereins Woodpeckers, schreckt das jedoch nicht. „Das Crowdfunding ist nur ein ganz kleiner Teil unserer Finanzierung“, sagt er. Ein kleiner Verein mit 350 Mitgliedern will eine Arena bauen, auch für die Allgemeinheit, weil es sich die öffentliche Hand nicht leisten kann.

Mit Saisonstart 2026, wie anfangs angedacht, wird es zwar nichts werden, es herrscht aber auch nicht Stillstand. Schon bald wird der Verein laut Steurer eine erste detaillierte Objektplanung der Öffentlichkeit präsentieren.

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Zwei Jahre ist es her, dass die Woodpeckers das Ende des Dachauer Eissports befürchten mussten. Da war endgültig klar, dass sich die Stadt kein neues Eisstadion leisten kann. Jahrelang war das Thema diskutiert worden, weil es eng mit einer dringend benötigten neuen Mehrfachturnhalle verknüpft ist. Die soll dort bei der Georg-Scherer-Halle entstehen, wo jetzt noch die Eisbahn steht.

Als Ende 2023 bekannt wurde, dass im neuen Sportpark an der Gröbenrieder Straße auch planerisch keine Eishalle mehr vorgesehen war, herrschte Entsetzen bei den durchaus zahlreichen Eisfans in Dachau und Umgebung. 35 000 besuchen die bestehende Eisbahn jedes Jahr. Die im vorigen Jahr initiierte Online-Petition „Eis für Dachau“ unterzeichneten fast 7000 Menschen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Woodpeckers, Thomas Bakomenko (links) und Vorsitzender Stefan Steuer stellen ihre Pläne für ein neues Eisstadion in Dachau vor.
Der stellvertretende Vorsitzende der Woodpeckers, Thomas Bakomenko (links) und Vorsitzender Stefan Steuer stellen ihre Pläne für ein neues Eisstadion in Dachau vor. (Foto: Toni Heigl)

Im November 2024 landeten die Woodpeckers dann ihren Coup: Der 350 Mitglieder starke Verein kündigte an, die Eisbahn selbst zu bauen. Und nicht nur das: Eine überdachte Eisarena auf technisch aktuellstem Stand mit Kabinentrakt und Photovoltaik auf dem Dach soll es werden.

Auch wenn im vergangenen Jahr auch nicht viel an die Öffentlichkeit gedrungen ist – es sei doch einiges passiert, verrät Stefan Steurer am Telefon. „Seit Anfang August besteht Baurecht im Sportpark an der Gröbenrieder Straße. Da ist auch die Eishalle mit drin.“

Wunsch-Termin für den Start ist der Winter 2028

Der ehrgeizige Zeitplan, den die Woodpeckers im November vergangenen Jahres aufgestellt haben, kann nicht eingehalten werden, jetzt sagt Steurer: „2028 würde ich noch nicht ausschließen.“ Es hänge davon ab, wie zügig die Verträge mit der Stadt abgeschlossen werden können. „Das ist alles sehr komplex“, räumt der Vereinsvorsitzende ein. Zum einen verhandelt man über einen Erbpacht-Vertrag für das rund 4400 Quadratmeter große städtische Grundstück im Südwesten des Sportparks, zum anderen geht es um den Nutzungsvertrag, in dem auch die öffentlichen Eiszeiten und die entsprechende Vergütung durch die Stadt enthalten sind.

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Die Finanzierung der geschätzten sechs bis sieben Millionen Euro Gesamtkosten fußt laut Steurer vor allem auf Großsponsoren und Zuschüssen von Freistaat und dem Bayerischen Landessportverband, auch eine Kreditaufnahme ist geplant. Interessierte Sponsoren gebe es schon, sagt er, „die halten sich aber noch zurück, weil die Finanzierung noch nicht steht“.

Die Finanzierung wiederum kann erst festgezurrt werden, wenn klar ist, wie viel Geld von der Stadt zu erwarten ist. Dazu brauche es einen Stadtratsbeschluss, „und auch bei uns wird es noch eine Mitgliederversammlung geben“, kündigt Steurer an. Demnächst wird der Eissportverein Woodpeckers jedenfalls eine ausgearbeitete Objektplanung der Eisarena vorlegen, „damit wir mal was Herzeigbares haben“, sagt Steurer.

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