Vergangene Woche hat die Dachauer CSU ihren Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl im kommenden Frühjahr nominiert. Das ist zunächst mal ein normales Prozedere. Auch, dass sie einen Mann gewählt haben, ist zunächst einmal wenig verwunderlich. Ohnehin liegt in diesem Fall das Problem weniger im Geschlecht, als vielmehr im Namen begründet: Der Kandidat heißt nämlich Hartmann, Christian Hartmann.
Der Name an sich ist nicht weiter ungewöhnlich - womit man dann endlich beim eigentlichen Problem angekommen wäre: Der Nachname Hartmann ist so geläufig, dass der amtierende Oberbürgermeister - und, davon darf man wohl ausgehen, neuerliche SPD-Kandidat - denselben trägt. Man kann wohl nur von Glück sagen, dass er zumindest Florian mit Vornamen heißt und nicht auch Christian.
In der Kommentarspalte unter einem Artikel, den die SZ dazu kürzlich auf Facebook gepostet hat, herrscht - anderer Vorname hin oder her - bereits Verwirrung. Jemand fragt: „Wie heißt der CSU Mann mit Nachnamen???“ Offen bleibt an dieser Stelle, ob der User nun wirklich verwirrt ist, den Artikel einfach nicht gelesen hat oder sich einen Scherz erlaubt. Immerhin fragt dieselbe Person wenig später: „Verspäteter Aprilscherz?“ Eins jedenfalls muss man ihm lassen: Es ist eine durchaus berechtigte Frage.
Wenn es nach Michael Krämer von der Tierschutzpartei geht, dann könnte das Chaos bei der Wahl 2026 noch größer werden: „Ich suche gerade nach einer oder einem dritten Hartmann, damit es ein richtig lustiger Stimmzettel wird. Gerne bei mir melden!“, kommentiert er. Für Krämer käme, so schreibt er, auch ein gemeinsamer Wahlvorschlag von mehreren Parteien infrage - „falls es inhaltlich passt“, versteht sich. Eine Anfrage an Ludwig Hartmann, Mitglied der Grünen und Vizepräsident im Landtag, sei jedenfalls bereits verschickt, so Krämer.
Was sich die Tierschutzpartei davon verspricht, ist fraglich. Immerhin ist ja nicht gesagt, dass dann vor lauter Hartmanns nicht am Ende das Kreuz doch bei der CSU oder der SPD gemacht wird. Und eigentlich sollte man so etwas Wichtiges wie eine Wahl auch nicht zur Witzveranstaltung degradieren. Aber in einem Punkt dürfte Krämer wohl recht haben: „Ein Stimmzettel mit Hartmann, Hartmann und Hartmann würde es sicher in die bundesweiten Medien schaffen.“


