Dachauer Altstadt:Bürgerbiergarten am Schlossberg

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Alte Schloßberg Brauerei Dachau, Bürgerbiergarten

Neben die alte Schlossbergbrauerei soll der sogenannte Bürgerbiergarten hin.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Es soll einen mobilen Ausschank geben aber kein warmes Essen

Julia Putzger, Dachau

Wer seinen Feierabend künftig im neuen Bürgerbiergarten bei der ehemaligen Schlossbergbrauerei in Dachau ausklingen lassen möchte, muss dafür nicht mühsam Bierflaschen anschleppen, denn es wird einen mobilen Ausschank geben. Das haben die Stadträte in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Dienstag einstimmig beschlossen. Sie haben sich damit für die aufwendigere und teurere der beiden Versionen entschieden, die das Stadtbauamt ausgearbeitet und zur Abstimmung gestellt hat.

Bis es frühestens im Sommer 2022 soweit ist, stehen noch einige Arbeiten an: Ein Teil der Grünfläche muss befestigt werden, damit dort der mobile Ausschankwagen sowie ein Toilettenwagen aufgestellt werden kann. "Dixis" kommen für die Stadträte jedenfalls nicht in Frage, wie sie gleich mehrfach betonten. Außerdem wird es mehrere fest verbaute Tisch-Bank-Kombinationen geben. Das Gelände wird eingezäunt und die Tore von April bis Oktober ab 22 Uhr geschlossen. Das war eine Bedingung der vorherigen Grundstückseigentümerin, die der Stadt die Fläche kostenlos überlassen hat, sofern diese dort einen Bürgerbiergarten oder eine öffentliche Grünfläche einrichtet. Durch die Schließung ab 22 Uhr soll die Lärmbelästigung in Grenzen gehalten und Konflikte mit den unmittelbaren Nachbarn vermieden werden. Maximal 55 Dezibel sind gemäß des Übernahmevertrags bis 22 Uhr zulässig.

Eine weitere Bedingung der vorherigen Grundstückseigentümerin sorgte dann noch für eine kuriose Diskussion in der Ausschusssitzung: Laut Abmachung ist es der Stadt, beziehungsweise den Betreibern des mobilen Ausschanks nämlich untersagt, warme Speisen zuzubereiten. Das bedauerte vor allem Horst Ullmann (Bürger für Dachau) sehr: "Warme Speisen oder ein Grillplatz wären schon nicht schlecht." Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) meinte daraufhin, dass es zwar wenig Spielraum gebe, man aber theoretisch schon juristisch ausloten könne, was denn unter "Zubereitung" verstanden werde: "Zählt das Aufwärmen eines Tiefkühlgerichts in der Mikrowelle auch schon als Zubereitung von warmen Speisen oder gilt das erst, wenn ich Zutaten in eine Pfanne werfe und brate?", dachte er laut vor dem Gremium nach. Ullmann hatte inzwischen eine andere Lösung parat und schlug vor: "Dann kommt eben die gute alte bayerische Leberkassemmel zum Einsatz."

Dass der Biergarten bei der ehemaligen Schlossbergbrauerei nach vielen Jahren reaktiviert wird, hat die Stadt vor allem dem Freistaat zu verdanken: Im Rahmen eines Förderprogramms zur Belebung der Innenstädte übernimmt dieser 80 Prozent der Kosten, also 144 000 Euro.

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