Dachau/Berlin:Mehr Geld für rund 13 000 Dachauer

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Von der Erhöhung des Mindestlohn sollen vor allem Frauen profitieren

Die SPD hat im Wahlkampf die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro versprochen. Jetzt wird dieses Versprechen zu einem der ersten Projekte der neuen Ampelkoalition. Wenn der Mindestlohn auf 12 Euro steigt, werden davon im Landkreis Dachau viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren. Das verspricht Michael Schrodi, der SPD-Bundestagsabgeordnete für Dachau und Fürstenfeldbruck, und erklärt, dass dann etwas mehr als 18 Prozent der etwa 70 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Dachau, also rund 13 000 Erwerbstätige, bei Vollzeitbeschäftigung ein deutliches Plus auf ihrem Gehaltszettel erwarten können: "Die meisten davon werden Frauen sein - und das ist gut so! Gerade für sie ist die Erhöhung des Mindestlohns notwendig, um Altersarmut entgegenzuwirken."

Darüber hinaus sieht Schrodi in der Erhöhung auch ein Zeichen des Respekts und der Gerechtigkeit für diejenigen, die "unsere Gesellschaft in vielen Fällen am Laufen halten". Gerade in der Pandemie, wo viel zu wenig über Beschäftigte im Handel, über die Brief- und Paketboten oder all jene in der Produktion - auch von Lebensmitteln - gesprochen wurde, sind es bestimmte Berufsgruppen, die oft mit weniger als 2284 Euro Bruttoarbeitsentgelt am Ende des Monats nach Hause gehen müssen. Diese Zahl beschreibt die bundeseinheitliche Schwelle des unteren Entgeltbereichs. Als Finanzpolitiker ist Schrodi aber auch überzeugt, dass die Erhöhung nicht nur aus sozialpolitischer, sondern auch aus wirtschafts- und finanzpolitischer Sicht sinnvoll ist. Die Ergebnisse einer Simulationsanalyse belegen, dass eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro langfristig auch zu staatlichen Mehreinnahmen von rund 20 Milliarden Euro im Jahr für Deutschland ausmachen wird - beginnend bei der Steigerung des Wirtschaftswachstums und der dadurch erwarteten Steuermehreinnahmen bis hin zur Stärkung der Sozialsysteme. SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil hat angekündigt, dass der Mindestlohn noch in diesem Jahr auf die im Koalitionsvertrag vereinbarten 12 Euro steigen wird.

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