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Dachau:Bekenntnis zu den Städtepartnerschaften

In den Jubiläumsjahren 2013 und 2014 will Dachau die Beziehungen mit Fondi und Klagenfurt vertiefen und stärken.

Helmut Zeller

Feiern verbindet: Das  Bierfest auf der Piazzale delle Regioni in Fondi.

(Foto: npj)

- Es läuft nicht gerade gut mit den Städtepartnerschaften der Stadt Dachau: Das italienische Fondi und Klagenfurt in Österreich sind offenbar nicht gerade der Hit. Geradezu "ernüchternd" fand Tourismusreferent Wolfgang Moll (CSU), wie wenig die Angebote zu Besuchen von den Bürgern genutzt würden. Dabei, so Moll im Kulturausschuss des Dachauer Stadtrats, unterstütze das Kulturamt Vereine und andere Organisationen in "vorbildlicher" Weise. Das geringe Interesse, mit dem Städtepartnerschaften nicht nur in Dachau zu kämpfen haben, liegt wie ein Schatten auf den bevorstehenden Jubiläen. Die Städtepartnerschaft mit Fondi wird heuer 15 Jahre alt, die mit Klagenfurt feiert 2014 ihren 40. Geburtstag. Deshalb und um die Freundschaft allgemein zu stärken, unternimmt die Stadt Dachau einen erneuten Anlauf - und der wäre beinahe in einen Streit gemündet.

Denn zunächst erntete im Kulturausschuss das Vorgehen des Tourismusreferenten Moll Kritik. Der hatte nämlich im Vorfeld der Sitzung zu einer Besprechung über die Partnerschaftsaktivitäten in den Jubiläums-Jahren eingeladen - allerdings nur einen ausgewählten Kreis. Bürgermeisterin Gertrud Schmidt-Podolsky , Kulturreferent Dominik Härtl, Sportreferent Günter Dietz sowie Vertreter des Kulturamts machten sich Gedanken. Die geladenen Stadträte haben eines gemeinsam: Sie gehören alle zur CSU. Die SPD-Stadträte Horst Ullmann und Günter Heinritz monierten denn auch, dass ihre Fraktion nicht geladen war. Heinritz fragte, warum die Städtepartnerschaften nur ein Thema für die CSU sein solle? Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) vermisste den Jugendbereich, auf den man doch eigentlich den Akzent setzen müsse, wenn man die Partnerschaften weiter entwickeln wolle. Deshalb hätte man die Jugendreferentin Luise Krispenz (Grüne) einladen müssen. Die hätte sich gefreut, wie sie sagte, aber von dem Treffen keine Ahnung gehabt. Moll blieb gelassen und sagte nur: "Ich habe kein Problem damit, das Thema in einer größeren Runde zu diskutieren."

Aber zunächst die Ergebnisse des CSU-Haustreffens: Künftig wird eine Dachau-Delegation immer am "Festa della Birra" in Fondi teilnehmen, die italienischen Freunde dafür das Dachauer Volksfest und/oder die Befreiungsfeiern an der KZ-Gedenkstätte besuchen. Die Nennung des Volksfestes und der Gedenkfeier für Naziopfer in einem Atemzug fand Zeitgeschichtsreferent Günter Heinritz dann doch etwas daneben. Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) meinte jedoch, darin stecke keine Wertung, man wolle Fondi nur zwei Termine anbieten, die gerne auch beide wahrgenommen werden könnten. Die gelten übrigens auch für die Klagenfurter, während eine Dachau-Delegation dann immer am Altstadtzauber der österreichischen Stadt teilnimmt, inklusive Dachauer Bands. In Dachau wird das Jubiläum mit Fondi am 5. und 6. Juli im Rahmen des Musiksommers gefeiert; dazu gibt es eine Fotoausstellung "15 Jahre Dachau-Fondi" in der Kultur-Schranne. In Fondi wird auf dem Bierfest gefeiert, mit einer jeweils zehnköpfigen Delegation. Außerdem sollen der Jugendaustausch fortgesetzt und die Seniorenfahrt von 2011 wieder aufgenommen werden. Zum Jubiläum mit Klagenfurt 2014 denkt man an ein "Europäisches Fest" im Musiksommer mit Musikgruppen aus allen Partnerstädten und befreundeten Städten Dachaus.

© SZ vom 11.01.2013
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