Bayerisches Rotes KreuzAngespannte Lage am Altkleidermarkt

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Sich stapelnde Kleiderspenden: Dennis Behrendt, Bernhard Seidenath und Günther Wolf in der Lagerhalle des BRK in Pellheim.
Sich stapelnde Kleiderspenden: Dennis Behrendt, Bernhard Seidenath und Günther Wolf in der Lagerhalle des BRK in Pellheim. (Foto: BRK Dachau)

Das Bayerische Rote Kreuz in Dachau drosselt die Annahme von Altkleidung, um das eigene System nicht zu überlasten. Die Wirtschaftlichkeit der Rotkreuzshops für Secondhand-Kleidung ist gefährdet.

Die Situation am Altkleidermarkt ist aktuell angespannt, wie aus einer Pressemitteilung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Dachau hervorgeht. Aufgrund des Überangebots können in den Rotkreuzshops pro Person künftig nur noch ein Sack oder ein Karton mit gut erhaltener Altkleidung abgegeben werden, heißt es. Eine Abgabe in der Kreisgeschäftsstelle am Rotkreuzplatz in Dachau ist zurzeit nicht möglich. „Wir haben sehr viel Ware und auch unsere Läden sind voll“, erklärt Günther Wolf, Leiter der Rotkreuzshops im Landkreis.

In einer Lagerhalle des BRK Dachau in Pellheim stapeln sich die Kleiderspenden zu hohen Türmen. Dies bedeutet viel Arbeit: Ehrenamtliche Helfer müssen diese vorsortieren und verpacken. In die Rotkreuzshops komme nur wirklich gut erhaltene und tragbare Secondhandware zum Weiterverkauf. Gute, aber aus der Mode gekommene Ware gehe ins Ausland, nicht mehr tragbare Kleidung müsse kostenpflichtig an Verwerter weitergereicht werden, etwa zur Herstellung von Putzlappen oder Malervlies, heißt es weiter.

Wirtschaftliche Herausforderungen

Grundsätzlich gelte: „Schadhafte und verschmutzte Textilien gehören in die Mülltonnen und nicht in einen Altkleidercontainer“, um einer Überlastung des Systems vorzubeugen, stellt Wolf klar. In den Rotkreuzshops weise man zwar keine Kleiderspenden ab, dennoch stelle dies eine Herausforderung dar. Auch bei Verwertern führe die angespannte Situation derzeit zu erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Nur die „Internationale Hilfe“ des BRK Dachau rufe auch weiterhin bei Bedarf zu Kleiderspenden für die Ukraine und Serbien auf.

Dennis Behrendt, Kreisgeschäftsführer des BRK, sorgt sich um die Wirtschaftlichkeit des Systems der Secondhand-Kleidung in den Rotkreuzshops. Derzeit finanziere sich diese noch selbst. Sollten aber Entsorgungskosten für nicht mehr verwertbare Altkleider künftig von den Shops selbst gestemmt werden müssen, würde sich dies nicht mehr rechnen. BRK-Kreisvorsitzender Bernhard Seidenath wirbt dafür, in den Rotkreuzshops einzukaufen und damit das System zu unterstützen.

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