NaturschutzBäume im Autofokus

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„Bürger-Forscher“ sind aufgerufen, ihre Stadtbäume zu dokumentieren.
„Bürger-Forscher“ sind aufgerufen, ihre Stadtbäume zu dokumentieren. BN-Kreisgruppe Dachau
  • Der Bund Naturschutz hat vor einem Jahr die App „Mein Baum" gestartet, mit der bereits über 5000 Bäume in Bayern dokumentiert wurden.
  • Bürger können mit der kostenlosen App Stadtbäume fotografieren und Daten zu Zustand, Umfeld und Bewohnern erfassen, um Lücken in städtischen Baumkatastern zu schließen.
  • Die gesammelten Daten fließen in ein Wissenschaftsprojekt mit TU München und Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ein, um Klimawandel-Auswirkungen und bessere Schutzmaßnahmen zu erforschen.
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Wer Bäume mag, kann per App helfen, sie zu schützen. Die Daten fließen in einem Wissenschaftsprojekt des Bundes Naturschutz zusammen. Auch Universitäten sind dabei.

Von Alexandra Vettori, Dachau

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Vor einem Jahr hat der Bund Naturschutz seine App „Mein Baum“ als sogenanntes Bürger-Wissenschaftsprojekt für Bäume in Siedlungen gestartet. Mittlerweile sind allein in Bayern mehr als 5000 Bäume gemeldet worden. „Viele Städte verfügen zwar über Baumkataster, doch diese sind oft lückenhaft, besonders bei privaten Bäumen oder aktuellen Veränderungen“, betont Roderich Zauscher, der Dachauer Kreisvorsitzende beim Bund Naturschutz.

Die kostenlose App „Mein Baum“ ergänze diese Daten sinnvoll. „Bürger erfassen Informationen, die bislang fehlen, und schaffen eine wertvolle Grundlage für zukünftige Pflanz- und Schutzkonzepte“, erklärt Zauscher. Außerdem werden in der App weitere Informationen gesammelt, etwa welche Tiere oder Pilze in dem Baum leben, in welchem Zustand er ist oder in welchem Umfeld er steht.

Projektpartner sind die Technische Universität (TU) München und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Die Wissenschaftler erhoffen sich von den gesammelten Daten Erkenntnisse zu Auswirkungen des Klimawandels, zur Artenvielfalt und zu besseren Schutzmaßnahmen.

Nutzer und Nutzerinnen können einzelne Bäume oder ganze Alleen kartieren. Der Standort wird automatisch per GPS oder händisch erfasst. Alle Meldungen erscheinen dann auf einer interaktiven Karte. So wird sichtbar, wo schon Bäume dokumentiert sind oder wo neue „Wunschbäume“ gut wären. Die Einträge können jederzeit aktualisiert werden, so sind langfristige Entwicklungen gut zu beobachten.

Die Kreisgruppen des BN fungieren in jedem Landkreis als Betreuer

„Wenn ich die App heruntergeladen habe, kann ich alle Bäume, die ich sehe, fotografieren. Und dann gibt es Felder zum Einfügen, wie hoch, wie ist der Zustand der Baumkrone“, erklärt Stephanie Rudloff vom BN Dachau. Die Kreisgruppen betreuen die Inhalte der App in ihrem Landkreis, fungieren quasi als lokale Qualitätssicherung. Dafür gibt es sogenannte Moderatoren und Moderatorinnen, sie prüfen Meldungen und Inhalte auf Vollständigkeit und Plausibilität. Bei Fragen helfen sie auch Nutzern und Nutzerinnen weiter. Die Kreisgruppe Dachau ist auf der Suche nach weiteren Moderatoren und Moderatorinnen und bittet Interessierte mit Baumkenntnissen, mitzuwirken.

Der Bund Naturschutz bietet eine Baum-App als Bürger-Wissenschafts-Projekt.
Der Bund Naturschutz bietet eine Baum-App als Bürger-Wissenschafts-Projekt. BN-Kreisgruppe Dachau

Wer die App auf dem Handy hat, könne aktiv etwas für den Naturschutz in der Stadt tun, wirbt die Dachauer Kreisgruppe in einer Mitteilung für die Mitmachaktion des BN. Anhand der gesammelten Daten könnten Bäume gezielt geschützt und eine klimaangepasste Stadtentwicklung stattfinden. „Wir wollen mit ‚Mein Baum‘ echten Mehrwert schaffen. Wissen, Gemeinschaft und gemeinsames Handeln stehen im Mittelpunkt“, betont Dachaus BN-Kreisvorsitzender Zauscher und lädt ausdrücklich Schulklassen, Initiativen und Gruppen ein, sich zu beteiligen.

Schließlich bietet die App auch eine Plattform, auf der sich die Nutzer und Nutzerinnen austauschen können. So lerne man andere Menschen kennen, die sich auch für Stadtnatur interessieren, heißt es vom Bund Naturschutz. Wie der BN betont, werden die eingegangenen Meldungen nicht nur von den Administratoren und Moderatorinnen geprüft, sondern auch von der Nutzergemeinschaft selbst. „Hier helfen also alle zusammen, selbstverständlich mit dem Ziel, Datenlücken zu schließen und eine sehr gute Datenqualität zu schaffen.“

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