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Verkehr:"Ungewöhnliche Maßnahme": Ampel soll Stau an Einmündung zur B471 verhindern

B471

Bald regelt eine Ampel hier den Verkehr: Kurz hinter dem Obergrashof mündet die Schleißheimer Straße in die B 471.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

An der Einmündung der Schleißheimer Straße zur B 471 soll eine Ampel Stau verhindern. Das ist der Plan des Staatlichen Bauamtes. Die Kommunalpolitiker sind skeptisch.

Wer morgens auf dem Weg zur Arbeit die Stadt Richtung Osten verlässt, kennt das leidige Phänomen: Weil sich Schleißheimer Straße und Bundesstraße B 471 kurz hinter dem Obergrashof zu einer gemeinsamen Fahrbahn verbinden, gibt es dort regelmäßig einen Rückstau. Dieses tägliche Ärgernis für viele Pendler will das zuständige Staatliche Bauamt Freising jetzt mit einer Ampel-Anlage abmildern.

"Eine ungewöhnliche Maßnahme", wie nicht nur Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) findet. Auch bei den Stadträten im Umwelt- und Verkehrsausschuss gab es Zweifel an der Idee. Dennoch fiel die Zustimmung im Gremium einstimmig aus. Angesichts der enormen Verkehrsbelastung im Großraum München soll jede Option für eine auch noch so kleine Verbesserung genutzt werden, so der Tenor.

Die CSU ist skeptisch, ob eine Ampel hilft

Effektiv mehr Verkehr aufnehmen wird die Bundesstraße B 471 erst, wenn sie wie geplant auf zwei Fahrbahnen ausgebaut ist, das weiß auch Stefan Rinderer vom Staatlichen Bauamt, der das Konzept präsentierte. Doch das wird dauern, "zehn Jahre sind keine Schwarzmalerei", sagte er. Da der Zusammenfluss der beiden Straßen ein "Dämpfer" sei, wurden in einer Studie kurzfristige Maßnahmen getestet. Als effektiv erwies sich per Simulation weder Kreisverkehr noch Tempo-Limit, sondern nur eine Ampel-Anlage. Mit wechselnden Grün- und Rotphasen auf Schleißheimer Straße und B 471 jeweils stadtauswärts könnte sich die Kapazität in den neuralgischen Morgenstunden um 17 bis 33 Prozent verbessern, so das Ergebnis.

Die CSU ist skeptisch und wünscht sich spätestens nach sechs Monaten einen Zwischenbericht. Auch Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) ist nicht überzeugt. Selbst der geplante zweispurige Ausbau der B 471 werde nur Verkehr anziehen und den Rückstau verlagern, sagte er. Aber die Ampel koste nichts, "da können wir es ausprobieren."

Während der Testphase wird der Verkehr überwacht

Die Ampel wird von 6 bis 9 Uhr in Betrieb sein und zunächst mit gleich langen Zeitkorridoren für beide Fahrbahnen abwechselnd den Verkehr stoppen und freigeben. Das geregelte Fahren und Warten anstelle des aktuellen Einfädelns "führt dazu, dass die Wartezeiten geringer werden", sagte Rinderer. Jedenfalls laut Studie, in der Praxis müsse sich das erweisen. Weshalb das Pilotprojekt auch erst einmal befristet auf sechs bis zwölf Monate laufen soll.

Während der Testphase wird der Verkehr überwacht, die Grünphasen bei Bedarf angepasst. Sollten sich die Wartezeiten nicht verkürzen, das Ampel-System also nichts bringen, ist nicht viel verloren. "Im Worst Case können wir das Projekt zeitnah einstellen", so Rinderer. Wann genau die Ampeln installiert werden, ist offen. Wegen langer Lieferfristen will man sich eventuell mit mobilen Ampeln behelfen, wie sie auch bei Baustellen eingesetzt werden.