Digitale SommerausstellungEuropas vergessene Künstlerinnen

Von Emmy Buchka-Lenbach (1868–1960) ist in der Gemäldegalerie das um 1920 entstandene kleine Ölbild auf Holz von einem Dachauer Markttag zu sehen.
Von Emmy Buchka-Lenbach (1868–1960) ist in der Gemäldegalerie das um 1920 entstandene kleine Ölbild auf Holz von einem Dachauer Markttag zu sehen. (Foto: Museumsverein Dachau)

Die digitale Sonderausstellung der Euroart-Mitglieder widmet sich in diesem Jahr den Frauen in den Künstlerkolonien. Die Gemäldegalerie Dachau ist mit zwei Repräsentantinnen vertreten.

Von Gregor Schiegl, Dachau

25 Museen aus sieben Ländern beteiligen sich in diesem Jahr an der digitalen Sommerausstellung von Euroart, einem Verbund ehemaliger europäischer Künstlerkolonien. Angesichts dieser Bezeichnung sollte man die Frauen aber nicht vergessen. Sie spielten für die Entwicklung der Künstlerkolonien eine wichtige Rolle, gerade in deren Blütezeit um 1900. Ihnen, den Künstlerinnen, ist die neue Ausstellung gewidmet, obwohl oder gerade weil ihre Werke in den jeweiligen Sammlungen meist stark unterrepräsentiert ist.

Als Repräsentantinnen der Künstlerkolonie Dachau wurden die Malerinnen Emmy Buchka-Lenbach (1868–1960) und Emmi Walther (1860–1936) ausgewählt. Sie zählten 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Dachau, aus der 1927 die Künstlervereinigung (KVD) hervorging. Emmy Buchka-Lenbach war die Nichte des berühmten Franz von Lenbach und mit dem Maler Carl Buchka verheiratet. Zu ihren bevorzugten Motiven gehörte die Landschaft um Dachau. Aber auch das tägliche Leben hielt sie in ihren Bildern fest.

Emmi Walther kam als Schülerin Adolf Hölzels 1896 nach Dachau. Mit Emil Hansen, der sich später Emil Nolde nannte, reiste sie nach Paris, wo sie die Worpsweder Künstlerinnen Paula Becker (später Modersohn-Becker) und Clara Westhoff kennenlernte. Nach Jahren des Reisens ließ sie sich 1916 in Dachau nieder, wo sie bis zu ihrem Tod lebte.

Jede Künstlerkolonie zeigt sowohl zwei Originale aus eigenem Bestand als auch – auf dem Bildschirm – die gesamte Ausstellung mit den Bildern aller anderen Kolonien. Zu sehen sind die Bilder noch bis Oktober, montags ist die Gemäldegalerie geschlossen.

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