Der Landkreis Dachau pflegt seit 2015 eine lebendige Partnerschaft mit dem polnischen Landkreis Oświęcim (Auschwitz). Es ist ein Bündnis zweier Landkreise, deren Namen weltweit für die Verbrechen des Nationalsozialismus stehen – und die versuchen, aus der Vergangenheit einen Auftrag für die Gegenwart abzuleiten. In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Besuche und Gegenbesuche von Einwohnern und Einwohnerinnen beider Landkreise sowie gemeinsame Projekte in den Bereichen Erinnerungsarbeit, Jugend, Kultur und Sport, zuletzt etwa einen Staffelauf von Dachau nach Oświęcim.
Jetzt ist wieder eine Delegation des Dachauer Kreistages nach Oświęcim gereist, darunter waren auch Kreisrätinnen und Kreisräte, die nach den Kommunalwahlen im März erstmals dem Kreisgremium angehören. Sie trafen sich mit polnischen Kreispolitkern und Kreispolitikerinnen zu Gesprächen über zukünftige Projekte, besuchten soziale und pädagogische Einrichtungen und nahmen am Sommerfest des Landkreises Oświęcim teil. In der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau legten sie Kränze nieder und gedachten der Opfer des nationalsozialistischen Regimes.
Landrat Stefan Löwl (CSU) gehörte der Delegation an. Er sagt, die Landkreispartnerschaft lebe von den Menschen, die das Bündnis gestalteten. „Persönliche Begegnungen schaffen Vertrauen und Verständnis – und sie machen deutlich, dass Erinnerung kein Selbstzweck ist.“ Die Partnerschaft verpflichte, gemeinsam für Demokratie, Menschenwürde und ein friedliches Miteinander einzutreten.
Löwl verweist darauf, dass beide Landkreise durch den Austausch auch auf politischer Ebene profitieren. Man lerne voneinander, wie mit kommunalen Herausforderungen umgegangen werden können, sagt er. Doch für ihn ist das Bündnis mehr als eine Vereinbarung zwischen zwei Kommunen. Er spricht von einer „Freundschaft“, die über die Jahre entstanden sei. Diese lebe vom Engagement der Menschen auf beiden Seiten sowie von offenem Dialog und der Bereitschaft, „gemeinsam Verantwortung für die Zukunft Europas zu übernehmen“.

