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Dachau:Arbeitsbelastung im Gaststättengewerbe

Überstunden, Arbeiten am Wochenende und in der Nacht: Im Landkreis Dachau ist das für die rund 2740 Beschäftigten des Gastgewerbes alles andere als ungewöhnlich. Ebenso wenig für die 1340 Mitarbeiter in der Ernährungsindustrie. Damit die Belastung jedoch erträglich bleibt, schreibt das Arbeitszeitgesetz maximale Arbeitsstunden und Ruhepausen vor. Genau darum fürchtet nun die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). "Auch im Kreis Dachau subventionieren Beschäftigte jeden Tag Unternehmensgewinne durch Gratis-Stunden. Statt immer wieder zu fordern, die Arbeitszeiten zu lockern, sollten die Arbeitgeber die vorhandene Mehrarbeit lieber auf mehr Schultern verteilen und neues Personal einstellen", fordert NGG-Geschäftsführer Mustafa Öz.

In einer Pressemitteilung schreibt die Gewerkschaft, man warne mit Blick auf Arbeitgeber-Forderungen innerhalb der Großen Koalition davor, dass es zu einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes "durch die Hintertür" kommen könnte - mit erheblichen Folgen für Tausende Beschäftigte in der Region. So sei im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD von "Experimentierräumen" die Rede, "um eine Öffnung für mehr selbstbestimmte Arbeitszeit der Arbeitnehmer und mehr betriebliche Flexibilität zu erproben". Bayerns Wirtschaftsminister habe sich mehrfach für eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes nach österreichischem Modell ausgesprochen. "Aber Österreich ist hier ein schlechtes Vorbild. Seit September sind dort Zwölf-Stunden-Tage und eine Wochenarbeitszeit von bis zu 60 Stunden möglich", kritisiert Öz. Flexibilität im Job könne nicht einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen. Auf dem heimischen Arbeitsmarkt sei längst etwas aus der Balance geraten: So würden Arbeitnehmer in Bayern im vorletzten Jahr knapp 121 Millionen Überstunden - 66 Prozent davon unbezahlt. Dies gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann hervor.

© SZ vom 25.09.2018 / sz
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