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Dachau:Appell an Reinigungskräfte

Gewerkschaft ruft Beschäftigte dazu auf, an Umfrage teilzunehmen

Die Gewerkschaft IG Bau Oberbayern ruft die etwa 1500 Gebäude- und Glasreiniger aus dem Landkreis dazu auf, bei einer bundesweiten Online-Umfrage mitmachen. "Ziel ist es, das Ausmaß von Lohndrückerei und Urlaubskürzung zu ermitteln. In der Branche geht es nämlich gerade hoch her: Viele Reinigungskräfte werden regelrecht dazu gedrängt, geänderte Arbeitsverträge zu unterschreiben", sagt Michael Müller von der IG Bau Oberbayern. Die Gewerkschaft hat die Umfrage gestartet, um "schwarze Schafe unter den Arbeitgebern gezielt zu orten".

Seit der Kündigung des Rahmentarifvertrages für das Gebäudereiniger-Handwerk durch die Arbeitgeber würden viele Unternehmen nicht davor zurück schrecken, ihren Beschäftigten die Arbeitsbedingungen neu zu diktieren. "Die Reinigungskräfte bekommen deutlich weniger Lohn - schon dadurch, dass ihnen die Zuschläge bei Überstunden oder für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen teilweise komplett gestrichen werden. Und sie werden mit einem Minimum an Urlaubstagen abgespeist", so Müller. Er stellt die Frage: "Wie schlimm ist die Situation im Kreis Dachau?" Er appelliert daher an die Reinigungskräfte, beim Online-Check zur Arbeit in der Gebäudereinigung unter www.sauberkeit-brauchtzeit.de/umfrage mitzumachen.

Gleichzeitig warnt die Gewerkschaft Dachauer Reinigungskräfte davor, sich auf Änderungen im Arbeitsvertrag einzulassen. "Wer im Juli schon in der Branche gearbeitet hat, für den gelten die alten Bedingungen genau so auch weiter - von Zuschlägen für Überstunden und bei schwerer Arbeit bis zum Urlaub", so der oberbayerische Bezirksvorsitzende Müller. Der von den Arbeitgebern gekündigte Rahmentarifvertrag sei allgemein verbindlich gewesen und wirke deshalb nach. Zudem setze die IG Bau alles daran, bei der nächsten Tarifverhandlungsrunde am 30. September den Arbeitgebern noch einmal deutlich zu machen, dass Sauberkeit ihren Preis habe. "Und dass man Tricksereien mit Arbeitsverträgen nicht macht - schon gar nicht bei Menschen, die ohnehin hart für ihr Geld arbeiten müssen", so der IG Bau-Bezirksvorsitzende.