Die beiden Nazis amüsieren sich prächtig. Der Bildhauer Walter von Ruckteschell präsentiert lachend Hitlers Reichsstatthalter in Bayern, Franz Xaver Ritter von Epp, die Skulptur des jungen Schwarzen "Kibaba", die Ruckteschells Frau Clary in ihrem gemeinsamen Atelier in Dachau geschaffen hat. Diese Szene spielte sich bei der Eröffnung der Kolonialausstellung 1937 in Düsseldorf ab - ein schönes Ereignis für die beiden langjährigen Freunde, die den Verlust der deutschen Kolonien in Afrika im Frieden von Versailles nicht akzeptieren wollten.
NS-GeschichteVerwerfliche Verstrickungen
Lesezeit: 4 Min.

Der Bildhauer Walter von Ruckteschell war ein Nazi-Propagandist. Das belegen neue Forschungen der Künstlerin Anja Seelke. Sie kritisiert, dass man den Kolonialisten ausgerechnet in Dachau bis heute zum Afrikafreund verklärt.
Von Helmut Zeller, Dachau
