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CSU Ehrenabend:Auf den Spuren von Franz Josef Strauß

"Haimhausen muss ein verdammt schwarzes Nest sein", vermutet CSU-Generalsekretär Markus Blume.

(Foto: afp)

Markus Blume verteidigt in Haimhausen Horst Seehofers Asylplan und spricht von der "Schicksalsfrage für die Union"

Fast 30 Jahre ist er nun schon tot. Doch sein Geist war allgegenwärtig auf dem Ehrenabend der Haimhauser CSU: Franz Josef Strauß, früherer Bayerischer Ministerpräsident, CSU Vorsitzender und Schöpfer unzähliger wortstarker Ausdrücke. Und sein Spruch "Dankbar rückwärts, mutig vorwärts, gläubig aufwärts" war auch der rote Faden, an dem entlang der neue CSU-Generalsekretär Markus Blume im Il Fagiano seine politischen Vorstellungen skizzierte. Doch zunächst fokussierte sich die CSU Ortsvorsitzende Claudia Kops in ihrer Rede auf den Heimat-Begriff, mit dem jeder etwas anfangen könne. "Heimat", so zitierte sie den Rocksänger Herbert Grönemeyer, "ist kein Ort, sondern ein Gefühl."

Bürgermeister Peter Felbermeier umriss anschließend die kommunalpolitischen Herausforderungen, vor denen Haimhausen stehe: Der Anschluss der Gemeinde an das Breitbandnetz oder Wohnungsbau. Wobei die Kommune auch vor einem Dilemma stehe. So wolle man in den Bau der neuen Turnhalle rund fünf Millionen Euro investieren, habe aber trotz Ausschreibung des Projekts "bis jetzt noch kein einziges Angebot" erhalten, so Felbermeier.

Markus Blume, der zum ersten Mal in Haimhausen zu Gast war, sagte, die Partei lebe von unten, von den Mitgliedern. Und weil in Haimhausen bei knapp 5500 Einwohnern 127 der CSU angehörten, "muss das hier ein verdammt schwarzes Nest sein".

Ein "Teil der Erfolgsgeschichte der CSU" rühre daher, dass man "nicht automatisch mit dem Zeitgeist" gegangen sei. Beispielhaft dafür stehe die Wiedervereinigung, die viele in den 80-er Jahren längst abgeschrieben hätten. In Bezug auf die aktuelle politische Situation sprach Blume von "dramatischen Veränderungen", vor denen Deutschland, Europa und die Welt derzeit stünden. So beeinflusse und verändere die Digitalisierung die Lebenswirklichkeit vieler Menschen. "Da sind gewaltige Veränderungskräfte am Werk." Deshalb müsse man "mutig vorwärts" gehen. Das bedeute auch, dass man den Leuten sagen müsse, "wir haben verstanden", so Blume rückblickend auf das Ergebnis der CSU bei der Bundestagswahl. Es müsse Schluss damit sein, "dass wir nur an andere denken". Wer beim Thema Familie zuerst an Nachzug, aber nicht an die eigenen Menschen im Land denke, der brauche sich nicht zu wundern, dass die SPD nur noch bei zwischen zwölf und 15 Prozent stehe.

Blume forderte auch "einen starken Staat", den die Bürger nicht nur spürten, wenn sie zu schnell gefahren seien. Sondern auch in puncto Sicherheit. Dieses Gefühl habe gefehlt. "Deshalb müssen wir wieder das Urvertrauen der Bürger in den Staat herstellen." Zur Sicherheit gehöre auch Ordnung. "Um Ordnung zu schaffen, brauchen wir eine Asylwende." An Horst Seehofers Masterplan dürfe man nicht wackeln. Dazu gehöre die "Zurückweisung an der Grenze". Blume: "Es geht um eine Schicksalsfrage für das Land und der Union."

Blume sprach auch über den Heimat-Begriff. Heimat sei "kein Freiluftmuseum". Sondern es gehe darum, das zu bewahren, was "lebensprägend" sei. Deshalb sei der Kreuzerlass von Ministerpräsident Markus Söder auch "goldrichtig" gewesen. Dessen Regierungserklärung, in der Söder seine politischen Vorstellungen darlegte, sei für Blume weniger "eine Regierungserklärung, sondern vielmehr eine Liebeserklärung an das Land" gewesen. Das Land dürfe sich nicht in Grundfragen verändern. Das bedeute zum Beispiel, dass derjenige, "der zu uns komme, sich an unsere Spielregeln halten" müsse. Im Hinblick auf die Landtagswahl im Herbst sagte Blume, "der Erfolg von gestern, ist nicht zwingend der Erfolg von morgen". Deshalb sollten Politiker nie den Eindruck erwecken, dass sie alles lösen könnten.