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Coronavirus in Dachau:Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte abgesagt

Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung der Häftlinge im KZ sollten am 3. Mai Gedenkfeiern in Dachau stattfinden.

(Foto: Toni Heigl)

Wegen Ansteckungsgefahr werden viele Veranstaltungen abgeblasen - auch die 900-Jahr-Feier des Klosters Indersdorf

Was Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, bereits zu Wochenbeginn vermutete, wurde nun offiziell verlautbart: Die Gedenkfeiern anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers in Dachau, die am 3. Mai stattfinden sollten, werden wegen des Risikos einer Corona-Infektion abgesagt. Die Feierlichkeiten in der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg wurden ebenfalls abgesagt. Diese Entscheidung sei keinem leicht gefallen, sagte Freller, doch "die Sicherheit und Gesundheit insbesondere der hochbetagten ehemaligen Häftlinge und Befreier und ihrer Angehörigen stehen an erster Stelle". Gemeinsam mit anderen KZ-Gedenkstätten in ganz Deutschland, die vor demselben Problem stehen, werde man in den nächsten Tagen und Wochen über Alternativen nachdenken.

Eine nichtöffentliche Veranstaltung im kleinen Rahmen sei laut Freller denkbar, vermutlich könne aber erst kurzfristig entschieden werden. Pfarrer Björn Mensing teilte mit, dass das Gedenken am Todesmarschmahnmal und der ökumenische Gottesdienst mit den Bischöfen nicht automatisch von der Absage betroffen seien und man versuche, daran festzuhalten.

Auch auf Fridays for Future hat das Virus Auswirkungen

Das Coronavirus trifft auch das Kloster Indersdorf in seinem Jubiläumsjahr. Anlässlich des 900-jährigen Bestehens waren von Sonntag an bis zum Ostersonntag insgesamt neun verschiedene Veranstaltungen vorgesehen, die nun allesamt abgesagt, beziehungsweise verschoben werden. Voraussichtlich Anfang April sollen jedoch neue Termine festgelegt werden, teilte Bürgermeister Franz Obesser (CSU) mit.

Die Dachauer Ortsgruppe von Fridays for Future informiert, dass die Demonstration, die an diesem Samstag um 14 Uhr am Unteren Markt geplant war, nicht stattfinden wird. Die Ortsgruppe habe diese Entscheidung schweren Herzens getroffen, doch egal "ob Coronavirus oder Klimakrise, in schwierigen Zeiten müssen oft schwierige Entscheidungen getroffen werden". Auch die Münchner Großdemonstration am Freitag wird abgesagt, stattdessen soll es sowohl in Dachau als auch in München dezentralisierte Aktionen geben, um für Klimagerechtigkeit zu kämpfen.

Zahlreiche Konzerte entfallen

Der Ostermarkt der Stadt Dachau, der am 29.

März stattfinden sollte, findet nicht statt. Auch Konzerte sind von den Absagen betroffen, wie etwa der für den 21. März geplante Auftritt der Alpenlandler Musikanten in Deutenhausen. Verschoben wird das Konzert mit Mathew James White und The S-Caped am 3. April, das die VHS Bergkirchen gemeinsam mit Schülern des Dachauer Josef-Effner-Gymnasiums im Rahmen eines Israelaustauschs geplant hatte - dieser findet wegen des Coronavirus nicht wie geplant statt, soll aber samt Konzert spätestens im September nachgeholt werden. Kurse aus dem Programm der Volkshochschulen im Landkreis werden aber wie angekündigt durchgeführt. Ebenfalls stattfinden soll die für den morgigen Freitag um 17 Uhr angesetzte Mahnwache für Toleranz und Demokratie in Altomünster.

Der TSV Dachau will seinen Trainings- und Wettkampfbetrieb vollumfänglich aufrechterhalten, wie der Vorsitzende Wolfgang Moll mitteilte. Gleichwohl nehme man die Lage natürlich sehr ernst und appelliere an die Eigenverantwortung aller Sportler, die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu beachten.

Die Klosterschule in Dachau ist seit Donnerstag wieder geöffnet. Das Testergebnis der untersuchten Lehrkraft sei negativ, so Landrat Stefan Löwl. "Somit kann die Klosterschule wieder regulär geöffnet werden." Daneben gibt es zwei neue bestätigte Infektionen im Landkreis: Es handelt sich um einen weiteren Schüler der FOS Karlsfeld sowie eine Kontaktperson zu einem bestätigten Fall aus dem Landkreis Ebersberg.

© SZ vom 12.03.2020/gsl

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