Corona-Pandemie:Kaum Testmöglichkeiten

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Die große Nachfrage an Schnelltests übersteigt das Angebot - Coronalage stagniert

Wer im Landkreis Dachau einen Corona-Test machen möchte, braucht einen langen Atem. Das Landratsamt bezeichnet die Testmöglichkeiten im Landkreis sowie in der ganzen Region aktuell als "problematisch". Neben Testungen bei Ärzten und im Testzentrum in Markt Indersdorf gebe es eine hohe Nachfrage nach Schnelltests, die durch die aktuellen Teststellen "nur teilweise erfüllt" würden, schreibt die Behörde in einer Pressemitteilung. Schnelltests seien zwar - ebenso wie Impfstoff - eigentlich ausreichend verfügbar, aber Testkapazitäten seien deutlich weniger vorhanden als Impfangebote.

"Im Landkreis Dachau erhält man schneller einen Impftermin als einen Termin für einen Schnelltest", sagte Kreisapothekensprecher Maximilian Lernbecher bei einem Treffen der Koordinierungsgruppe Pandemie im Landkreis Dachau. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und diverse andere Anbieter erhöhen laut Landratsamt die Zahl der Testangebote, können den Bedarf aber aktuell nicht decken. Weil die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, weist die Koordinierungsgruppe explizit die Betreiber und Veranstalter darauf hin, dass für den Zugang entsprechend der 2G-Plus-Regel auch ein "Selbsttest unter Aufsicht" durch die Veranstalter ausreichend ist.

Unterdessen ist die Situation im Klinikum Dachau weiterhin dramatisch. Im Rahmen des "Kleeblattplans" wurden nach Angaben des Landratsamtes auch Patienten aus dem Dachauer Krankenhaus in andere Kliniken verlegt, um Kapazitäten - insbesondere auf der Intensivstation - zu schaffen. Zudem arbeiten die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes weiterhin unter einer sehr hohen Belastung. Wie das Landratsamt berichtet, müsse das Dachauer Notarzt-Team zurzeit viele Einsätze im Stadtgebiet München fahren, so dass das Kreisgebiet hauptsächlich durch den Indersdorfer Notarzt abgedeckt werden müsse.

Das Infektionsgeschehen an den Schulen im Landkreis ist laut Schulamtsdirektor Albert Sikora dagegen "überschaubar". Infektionen würden meist in die Schulen hineingetragen, in den Schulen selbst komme es zu so gut wie keinen Infektionen. Auch in den Kindertageseinrichtungen sei die Corona-Entwicklung stagnierend.

Am vergangenen Mittwoch kamen die Mitglieder der Koordinierungsgruppe Pandemie im Landkreis Dachau zu einem Online-Treffen zusammen, um die aktuelle Coronalage sowie die weiteren Maßnahmen zu diskutieren. Die Gruppe besteht aus rund 40 lokalen Experten aus Gesundheitsamt, Kliniken und Pflege- sowie Behinderteneinrichtungen, niedergelassenen Ärzten, Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei, Apotheken, ambulanter Palliativversorgung sowie Fachbereichen des Landratsamtes, Gemeinden, Schulamt und beiden Impfzentren.

In den vergangenen zwei Wochen wurden dem Landratsamt zufolge jeweils knapp 10 000 Impfungen verabreicht. Die Impfquote bei den Zweitimpfungen liegt im Landkreis aktuell bei 68,4 Prozent, genauso wie in ganz Deutschland. In mehreren Kommunen gehen in den kommenden Tagen Sonderimpfaktionen über die Bühne. Voraussichtlich am Dienstag, 7. Dezember, nimmt die Drive-Through-Impfstation am Karlsfelder See ihren Betrieb auf. "Bis Weihnachten stehen somit noch über 40 000 Impftermine zur Verfügung; Impfstoff und auch die entsprechenden Impfkapazitäten sind vorhanden", schreibt das Landratsamt. Aufgrund der vielen Buchungen durch Menschen von außerhalb des Landkreises seien die Termine in Dachau und Umgebung auf der Plattform BayIMCO oft ausgebucht. "Allen Personen über 60 Jahren mit Wohnsitz im Landkreis wurde deshalb das Angebot gemacht, sich direkt bei der Gemeinde oder dem Landratsamt zu melden", so das Landratsamt. Ab Dienstag, 7. Dezember, stünden nahezu täglich Impftermine für diese Personengruppe zur Verfügung.

Insgesamt hat sich die Coronalage nach Meinung der Koordinierungsgruppe stabilisiert, ist jedoch noch kritisch. Die Reglungen und Maßnahmen würden wirken und die Impfbereitschaft sei hoch. Die Koordinierungsgruppe appellierte, die Impfangebote anzunehmen und sich an die Maßnahmen zu halten. Landrat Stefan Löwl (CSU) sagte: "Mit etwas Glück haben wir die Bergkuppe der vierten Welle erreicht, wir sind aber noch nicht drüber."

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