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Corona-Pandemie:Landkreis Dachau verschärft Teilnehmergrenzen

Coronavirus - Jena - Maskenpflicht

Am Donnerstag soll im Landkreis Dachau eine Allgemeinverfügung mit schärferen Teilnehmergrenzen für Feiern in Kraft treten.

(Foto: dpa)

Das Landratsamt reagiert mit einer Allgemeinverfügung auf die deutlich steigende Zahl von Neuinfektionen.

Von Thomas Balbierer, Dachau

Der Landkreis Dachau hat am Montag den Warnwert von wöchentlich 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner überschritten. Laut Landratsamt lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz zum Wochenstart bei 42. Am Donnerstag soll - falls die Zahlen nicht schnell wieder sinken - eine Allgemeinverfügung in Kraft treten, die neue Beschränkungen für Veranstaltungen und Schulen mit sich bringt. Für private Feiern in öffentlichen Räumen werde man eine maximale Teilnehmerzahl von 25 Personen vorgeben, im Freien von 50 Personen, kündigte Behördensprecher Wolfgang Reichelt in einer Pressemitteilung an. Die Beschränkungen werden auch für Hochzeiten, Geburtstage, Beerdigungen sowie Vereins- oder Parteiveranstaltungen gelten.

Landrat Stefan Löwl (CSU) appellierte am Montag an die Bevölkerung, "bereits jetzt schon auf Feiern in privaten Räumen zu verzichten oder zumindest die Teilnehmerzahl deutlich zu beschränken". Löwl forderte, "ausgelassene Treffen mit Freunden am Freitagabend und das Familientreffen mit den Großeltern am Sonntag" wegen des Infektionsrisikos zu vermeiden.

Maskenpflicht im Unterricht ab der 5. Klasse

Auch an Schulen wird es Einschränkungen geben. Kinder ab der fünften Klasse müssen nun auch im Unterricht wieder Masken tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Eine ähnliche Regelung hatte es bereits zum Schulstart gegeben. Die Maskenpflicht gilt auch für Lehrer. Kindertageseinrichtungen und Horte müssen laut Landratsamt feste Gruppen einrichten, der Besuch mit leichtem Schnupfen und gelegentlichem Husten ohne Fieber und ohne Kontakt zu infizierten Personen sei vorerst weiterhin zulässig.

Die Sieben-Tage-Inzidenz hatte sich im Landkreis schon seit Tagen auf den kritischen Wert von 35 zubewegt. Nachdem am Wochenende allein im Corona-Testzentrum Indersdorf 25 Neuinfektionen festgestellt wurden, riss der Landkreis die Marke und muss nun gemäß der Infektionsschutzverordnung der Staatsregierung neue Beschränkungen für das öffentliche Leben einführen. Ziel sei, das Infektionsgeschehen im gesamten Landkreis einzuschränken, teilte das Landratsamt mit.

Am Mittwoch will sich Landrat Löwl mit den Mitgliedern der Koordinierungsgruppe Pandemie treffen, um über die Situation zu beraten. Sollten die wöchentlichen Neuinfektionen pro 100 000 auf 50 steigen, könnten noch strengere Regeln drohen.

© SZ vom 13.10.2020

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