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Bürgerfest statt Böller:Silvester ohne Feuerwerk

Bündnis für Dachau fordert in der Corona-Pandemie ein Verbot

Das Bündnis für Dachau fordert ein Feuerwerksverbot für Silvester. Die Stadtratsfraktion bezieht sich in ihrem Antrag an Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) auf den Vorsitzenden der deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. "Zum Feuerwerk gesellten sich rasch Alkohol, Personengruppen und Partystimmung - und das ist nicht angesagt", hatte Rainer Wendt in der Presse gewarnt. Auch verschiedene Politiker hätten so argumentiert, und einige Städte prüften bereits ein Feuerwerksverbot, heißt es in der Pressemitteilung des Bündnisses. In den Niederlanden zum Beispiel wurden Feuerwerke dieses Jahr bereits verboten.

Dem Bündnis für Dachau zufolge soll die Stadtverwaltung ein Feuerwerksverbot für Silvester 2020 in der Stadt Dachau prüfen. Für die Folgejahre soll ein Konzept für Plätze erarbeitet werden, an denen private Feuerwerke stattfinden können. Alternativ soll die Verwaltung die Möglichkeit prüfen, ob durch ein zentrales Feuerwerk private Feuerwerke in Dachau generell untersagt werden können. Die Stadträte des Bündnisses begründen ihren Antrag so: "Wie der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Wendt, dargelegt hat, sind private Feuerwerke an Silvester in Coronazeiten kontraproduktiv." Gruppenbildung und Partystimmung gingen damit unweigerlich einher, meinen die Stadträtinnen Sophia Beljung und Sabine Geißler sowie die Stadträte Kai Kühnel und Michael Eisenmann.

Langfristig sei überhaupt ein Konzept mit Positivstandorten sinnvoll, das könnten größere Freiflächen außerhalb von Wohnvierteln sein. Damit könne man die Feinstaubbelastung erheblich reduzieren und auch dem Tierschutz Genüge leisten. Schon in den vergangenen Jahren überschritt die gesundheitsschädliche Feinstaubbelastung an manchen Plätzen der Stadt, etwa in der Münchner Straße, den Grenzwert um ein Vielfaches. Die Bündnis-Stadträte wollen aber nicht das Feiern verbieten: Sie erwägen ein Bürgerfest auf der Thoma-Wiese, begleitet mit einem zentralen städtischen Feuerwerk. Dadurch würde Müll vermieden, die Feinstaubbelastung massiv reduziert und der Tierschutz erheblich verbessert.

© SZ vom 21.11.2020 / hz
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