Gastronomie:Schlosswirt sagt ab

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Bereits Anfang Mai soll der Bürgerbiergarten am Wasserturm eröffnen. Einen Wirt oder eine Wirtin gibt es bislang nicht. (Foto: Niels P. Jørgensen)

Die Dachauer Schlosscafé-Pächter wollen den Gastrobetrieb des Bürgerbiergartens nicht übernehmen. Nun hat die Stadt die Bewirtung öffentlich ausgeschrieben. Die Entscheidung soll bald fallen.

Von Anna Schwarz, Dachau

Seit Monaten sucht die Stadt nach einem Wirt für den Bürgerbiergarten am Wasserturm und hatte bis zuletzt auf die beiden Pächter des Dachauer Schlosscafés gehofft, welches direkt nebenan liegt - doch die Gastronomen haben kürzlich abgesagt, wie nun bekannt wurde. Denn am Freitag hat die Stadt die Bewirtung öffentlich ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist läuft bis 8. Mai, der Biergarten soll aber bereits am 2. Mai für Bürgerinnen und Bürger eröffnen, vorerst unbewirtet.

Doch bislang hat die Stadt noch keine offiziellen Bewerbungen von Wirten bekommen, schreibt Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD). Lediglich Interessenten, wie Dominik Vettori, der Chef des Lokals "Tara" in der Schillerstraße, hätten sich bei der Stadt gemeldet. Vor der Bewerbung wolle Vettori aber noch wichtige Fragen rund um den Biergarten mit der Stadt klären, sagt er am Telefon. Laut OB wird der Haupt- und Finanzausschuss voraussichtlich am 16. Mai entscheiden, wer den Zuschlag für die Bewirtung bekommt.

Ein Geschenk mit einigen Einschränkungen

Auf SZ-Anfrage, warum er das Pachtangebot abgelehnt habe, schreibt Schlosscafé-Chef Jörg Hautmann: "Wir konnten zum Schluss leider nicht die 100 Prozent Überzeugung und das Feuer entwickeln, welches man für Gastronomie-Projekte unbedingt braucht - trotz sehr guter Unterstützung aller involvierten Parteien." Zuletzt hatte Hautmann auch angemerkt, dass im Bürgerbiergarten noch keine Gastro-Infrastruktur vorhanden sei.

Außerdem muss sich der neue Wirt oder die neue Wirtin auf einige Sonderregeln im Pachtvertrag einlassen. Dafür überlässt die Stadt die Biergartenfläche dem künftigen Gastronomen kostenlos und übernimmt auch die Baumpflege. Die Auflagen dafür sind auf der Website der Stadt nachzulesen: Sperrstunde im Biergarten ist etwa um 22 Uhr, zudem ist es dem künftigen Wirt verboten, warme Gerichte auf der Biergartenfläche zuzubereiten. Auch "musikalische Darbietungen und die Nutzung von Lautsprechern sind auf dem Biergarten-Grundstück nicht zulässig". Weiter verboten seien feste Anlagen, der Wirt dürfe lediglich eine mobile Versorgungsstation, also einen Ausschankwagen oder -container, nutzen.

Die Auflagen sollen Anwohner vor Lärm schützen und sind auch im Grundbucheintrag vermerkt. Verfasst wurden sie von der Immobilienfirma Sedlmayr Grund- und Immobilien KGaA. Die Firma hatte die Biergartenfläche im Jahr 2014 der Stadt geschenkt - letztendlich ein Geschenk mit einigen Einschränkungen.

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