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Brandschutz:Kulisse mit Kabelsalat

Hinter der Fassade des Thoma-Hauses gibt es einiges zu tun.

(Foto: Toni Heigl)

Thoma-Haus muss im Mai 2019 erneut geschlossen werden

Das werden ganz neue Einsichten für die Besucher des Ludwig-Thoma-Hauses: Das städtische Veranstaltungshaus soll zwar Anfang November wieder öffnen, doch abgeschlossen sein werden die Bauarbeiten nicht. Die Decken im Erchana- und im Hermann-Stockmann-Saal sowie in allen Foyers werden abgebrochen. Wegen weiterer Arbeiten bleiben sie zunächst geöffnet. Umfassende Brandschutzmaßnahmen sollen ergriffen werden. Türen müssen ausgetauscht und eine Sprinkleranlage soll eingebaut werden. Der Wassertank dafür wird unter dem Pausenhof der Klosterschule errichtet. In den Sommerferien wird mit dem Bau begonnen. Erst im nächsten Jahr aber werden die Kinder ihren Pausenhof wieder ganz normal nutzen können. Die Leitungen für die Feuerlöschanlagen sollen bis Ende Oktober verlegt sein. Für die nächste Spielsaison wird es improvisierte Beleuchtung und Schallschutz geben.

Wie es so geht beim Bauen - hat man erst einmal angefangen, sieht man schnell, dass der Aufwand größer ist als gedacht. So diskutierten nun die Stadträte im Bau- und Planungsausschuss nach einer Begehung des Hauses über weitere Maßnahmen. Ist eine Klimaanlage nötig? Sören Schneider (SPD) war skeptisch. Letztlich stimmte aber auch die SPD dem Vorhaben zu, macht 250 000 Euro. Zudem sollen die Bühnenscheinwerfer durch LED-Leuchten ersetzt werden. Die strahlen auch weniger Hitze ab, das kostet noch mal 250 000 Euro. Zudem sollen bessere Netzwerkkabel für das Internet verlegt und einige Leitungen neu gezogen werden. Das sind insgesamt weitere 18 000 Euro. Außerdem soll noch eine Lösung für den zugigen Eingangsbereich gefunden werden. Bisher lagen die veranschlagten Kosten bei 2,4 Millionen Euro. Die Summe erhöht sich nun entsprechend. Die Stadträte waren sich allerdings einig, das städtische Veranstaltungshaus so gut wie möglich auszurüsten zu wollen, um es für die nächsten 20 Jahre fit zu machen. Die Beschlüsse ergingen einstimmig.

Allerdings bedeutet das, dass das Haus im nächsten Sommer erneut geschlossen werden muss. Von Mai 2019 an müssen also auch die Vereine wie das Lyrische Opernensemble und die Thoma-Gemeinde erneut auf andere Probenräume ausweichen. Beschlossen wurden die Sanierungsmaßnahmen bereits Anfang 2015, die Ausschreibungen brauchten allerdings ihre Zeit. Architekt der Maßnahmen ist nun Erwin Zehrer, auch als früherer CSU-Stadtrat bekannt. Zur Spielzeit 2019/2020 soll hoffentlich alles fertig sein. Bis dahin präsentiert sich das Ludwig-Thoma-Haus mit seinen freiliegenden Leitungen im angesagten Industrie-Chic.