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Bewährte und neue Kurse:Enkeltaugliche Erwachsenenbildung

Vorsitzender Anton Jais und Geschäftsführerin Annerose Stanglmayr stellen das neue Programm des Dachauer Forums vor.

(Foto: Toni Heigl)

Der Themenbereich nachhaltige Entwicklung hat im Jahresprogramm des Dachauer Forums einen hohen Stellenwert

Auf mich kommt es an - so lautet der Schwerpunkt im neuen Programm des Dachauer Forums, der katholischen Erwachsenenbildung. Gemeint sei, dass jeder Mensch zählt, wenn es darum geht Gesellschaft aktiv mitzugestalten, erklärt Annerose Stanglmayr, Geschäftsführerin des Dachauer Forums. "In einer Zeit, in der vieles unsicher scheint, gilt es, die Demokratie zu stärken, Menschen, die neu im Land sind zu unterstützen und die Umwelt zu schützen," ergänzt Anton Jais, Vorsitzender des Dachauer Forums. "Da fragen sich aber viele, was sie bewirken können." Deshalb wolle das Forum Möglichkeiten aufzeigen, sich einzubringen und Mut zu gesellschaftlichem Engagement machen. "Bei der Abstimmung war auffallend mit welcher Eindeutigkeit die Mitglieder diesen Jahresschwerpunkt ausgewählt haben," sagt Stanglmayr.

Zwischen September und Juli 2020 bietet die katholische Erwachsenenbildung mehr als 1200 Veranstaltungen an. Einen Überblick des Angebots gibt es online und im Programmheft, das in Banken, Geschäften und Pfarreien des Landkreises ausliegt. Zur Auftaktveranstaltung im Adolf-Hölzel-Haus am Dienstag 10. September, spricht Michael Blume, Religionswissenschaftler und Antisemitismusbeauftragter von Baden-Württemberg. In seinem Vortrag "Gute Mythen - schlechte Mythen" thematisiert er wie Antisemitismus nicht nur Juden sondern die gesamte demokratische Gesellschaft angreift. Das Angebot ist kostenlos, um Voranmeldung wird gebeten.

Auch das beliebte Seniorenstudium startet in ein neues Semester. In den drei Studiengängen "Bayern und Europa", "Orte machen Geschichte" und "Historische Ereignisse" gibt es aktuell sogar noch Restplätze. Von Null an los geht es im vierteiligen Seminar "Zeitwende", das kulturelle Entwicklungen seit dem Beginn der christlichen Zeitrechnung nachverfolgt. Auf die Spuren eines Adelsgeschlechts begeben sich Teilnehmer im Kurs "Die Wittelsbacher, Entdeckungen aus ungewohnter Perspektive".

Zu den Themen Migration und Integration werden Fortbildungen für Ehrenamtliche in den Asylhelferkreisen und für Kulturdolmetscher angeboten. Die Kursreihe "Leben in Bayern" bietet praktische Hilfe für Frauen mit Migrationshintergrund an. Eine humorvolle Auseinandersetzung mit 50 Jahren Migrationsgeschichte verspricht das Theaterstück "Oh Gott, die Türken integrieren sich".

Im Bereich der nachhaltigen Entwicklung geht "Enkeltauglich leben" in die dritte Runde. Der Kurs soll spielerisch und informativ Möglichkeiten aufzeigen, den eigenen Lebensstil so auszurichten, dass auch nachkommende Generationen noch in einer gesunden Umwelt leben können. Andere Kurse behandeln die E-Mobilität, die Artenvielfalt im Garten und energieeffizentes Bauen. Ganz neu ist das "Repair-Cafe Textil", dort werden Teilnehmer beim Nähen, Flicken und Upcyclen von gebrauchter Kleidung unterstützt.

Ebenfalls neu im Programm ist die Veranstaltungsreihe "Grundkurs Bibel". Sie behandelt die Bibel als Zeitdokument und Quelle der christlichen Botschaft. Fragen nach Sinn, Motivation, Mut und eigenen Talenten sind zentrales Thema der Veranstaltungsreihe "Lebensbotschaften".

Auf mich kommt es an - zum Schwerpunkt passend behandelt der Kurs "Mich für das Leben stark machen" das Thema Zivilcourage. Um aktives Mitgestalten und das Einleiten von Veränderungen geht es auch in den Veranstaltungen zu Reformthemen der Kirche. Sie setzen sich mit Macht, Missbrauch, Glaubwürdigkeit und der Frauenfrage in der katholischen Kirche auseinander.

Das Familienprogramm bietet zahlreiche Angebote zur Orientierung im neuen Elterndasein, zu Erziehungsfragen und Kommunikationsstrategien. Ungefähr 60 Eltern-Kind-Gruppen im Landkreis bieten die Möglichkeit, sich auszutauschen. Herbstliches Basteln für Großeltern und ihre Enkel läutet die Reihe "Kreativ in den Herbst"ein.

Kunst aus der Region wird es in verschiedenen Ausstellungen im Dachauer Forum zu sehen geben. Den Anfang macht der Künstler Martin Off mit seinen Papercut Portraits. Die Ausstellung wird mit einer Vernissage zur "Langen Nacht der Offenen Türen" am 13. September eröffnet. Ein Blickfang sind die farbkräftigen Werke von Kulturförderpreisträger Pepito A. Anumu, die im Januar gezeigt werden.

Die Geschichtswerkstatt und das Gedächtnisbuch, zwei Projekte der historischen Spurensuche, stehen allen Interessierten offen. Mit der Ausstellung "Die 50er Jahre - Wirtschaftswunder und Veränderung" präsentiert die Geschichtswerkstatt die Forschungsergebnisse eines zweijährigen Projekts. Die Wanderausstellung "Das Lager und der Landkreis" wird in Schulen und Gemeinden gezeigt. Zusammengestellt wurde sie von geschichtsinteressierten Ehrenamtlichen.

Das neue Programm deckt viele Themenfelder ab. Anton Jais sagt: "Für uns vom Dachauer Forum ist wichtig: Jeder kann sich informieren, engagieren und einbringen."

© SZ vom 07.09.2019
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