Bevölkerungsprognose Region MünchenWeniger Wachstum

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Es wird nicht gleich leer in der Region München, hier ein Blick vom Dachauer Schloss auf die Landeshauptstadt. Doch laut Prognose füllt sie sich langsamer.
Es wird nicht gleich leer in der Region München, hier ein Blick vom Dachauer Schloss auf die Landeshauptstadt. Doch laut Prognose füllt sie sich langsamer. Niels P.  Jørgensen
  • Die Bevölkerung in der Region München soll bis 2044 nur noch um 3,2 Prozent wachsen, das sind rund 94 000 Menschen mehr.
  • Das Wachstum verlagert sich von der Landeshauptstadt in die äußeren Bereiche der Region, während Garching, Gröbenzell und Puchheim Rückgänge erwarten.
  • Die Landkreise Fürstenfeldbruck, Miesbach und Starnberg sollen als einzige im Wirtschaftsraum München einen Bevölkerungsrückgang verzeichnen.
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Um nur noch gut drei Prozent soll die Bevölkerung in der Region München anwachsen. Und das vor allem an den Rändern. Mancherorts sieht die Prognose sogar einen Rückgang.

Von Alexandra Vettori, München

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Kommt die Trendumkehr beim Bevölkerungswachstum in der Region München? Auf den ersten Blick lässt die jüngste Prognose des Bayerischen Landesamts für Statistik nicht gleich darauf schließen, auch wenn sich das Tempo der Zunahme deutlich verlangsamt. In einigen Kommunen aber soll die Bevölkerung abnehmen, und fast nirgends gibt es noch Geburtenüberschüsse.

Bis 2044 prognostizieren die Statistiker, ausgehend von den Werten aus 2024, einen weiteren Bevölkerungsanstieg um 3,2 Prozent. Das wären rund 94 000 Menschen mehr in der Region München, zu der die Landeshauptstadt und die acht umliegenden Landkreise gehören. Bayernweit wird ein Zuwachs von 2,1 Prozent vorausgesagt.

Große Unterschiede in der Region

Schaut man genauer hin, tun sich erhebliche Unterschiede auf. Den größten Anteil am Bevölkerungswachstum hat wie stets die Landeshauptstadt mit einem vorausberechneten Plus von 70 500 Menschen, das sind 4,7 Prozent. Gleich nebenan, etwa in Garching, geht man dagegen von einem Rückgang aus. Ebenfalls einen rückläufigen Trend zeigen Gröbenzell und Puchheim.

Die Zahlen stammen aus der aktuellen „regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung“, die das bayerische Landesamt für Statistik kürzlich veröffentlicht hat. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum hat die Daten für die Planungsregion 14, also die Region München, und den etwas weiter gefassten Wirtschaftsraum München heruntergebrochen, aufbereitet und die Ergebnisse in einer Mitteilung veröffentlicht.

Wachstum verlagert sich nach außen

„Während bislang vor allem die Landeshauptstadt und ihr Umland zugelegt haben, soll sich nach der Vorausberechnung des Landesamts für Statistik das Bevölkerungswachstum tendenziell stärker in die äußeren Bereiche der Region verlagern“, erläutert Daniel Gromotka, Referent für Raumentwicklung beim Planungsverband, am Telefon. „Dort gibt es vermutlich noch mehr Flächenpotenziale, und die Preise für Wohnraum sind und bleiben auch günstiger“, so seine Erklärung.

„Bei den Landkreisen im Wirtschaftsraum München wird aber fast überall noch ein Wachstum vorausberechnet, mit drei Ausnahmen“, so Gromotka. Diese heißen Fürstenfeldbruck mit einem vorausgesagten Bevölkerungsminus von 1,4 Prozent, Miesbach, minus 0,6 Prozent, und Starnberg, minus 1,3 Prozent. Die Ursachen dürften vielfältig sein, niedrige Geburtenraten, hoher Altersdurchschnitt, geringere Bautätigkeit.

Besonders in den Landkreisen Erding und Landsberg am Lech, letzterer knapp außerhalb der Region München gelegen, gibt es laut Prognose auch in den nächsten zwölf Jahren noch viele Gemeinden mit Wachstumsraten von über fünf Prozent.

Alternde Bevölkerung

Ein wichtiger Faktor ist die Demografie, die sich auch in der Region zunehmend bemerkbar macht. Bis vor einigen Jahren habe es einen Geburtenüberschuss im ganzen Wirtschaftsraum München gegeben, erzählt Gromotka, „das hat sich in den vergangenen Jahren geändert“. Wo noch Wachstumsimpulse zu beobachten seien, kämen sie fast nur durch Zuzug.

Ein Blick auf das Wachstum zwischen 2004 und 2024 verdeutlicht die Trendumkehr: In den 20 Jahren gewann der Wirtschaftsraum München fast eine halbe Million Menschen dazu, 13,8 Prozent.  In der Region München waren es sogar 17 Prozent, also knapp 430 000.

Allerdings, schreibt der Planungsverband, bleibe die Prognose insbesondere bei den Wanderungen unsicher. „Entscheidend für die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung sind vor allem Flächenplanung und kommunale Wohnungsbaupolitik, da sie die verfügbaren Kapazitäten bestimmen.“ Daher werde die reale Entwicklung, wie in der Vergangenheit auch, mehr oder weniger stark von der Prognose abweichen. Das betont auch Daniel Gromotka: Vorausberechnungen basierten immer auf den Entwicklungen der vorausgegangenen Jahre, es könne aber auch anders kommen. „Hinterher weiß man immer mehr.“

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