Der Berufsinformationstag JOB erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Schon vor 9 Uhr am Samstagmorgen sind alle Parkplätze rund um den ASV Dachau belegt. „Wir müssen nächstes Jahr mehr Werbung für die öffentlichen Verkehrsmittel machen“, sagt Cheforganisator Frank Donath. Als die Schirmherren der Veranstaltung, der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath, Landrat Stefan Löwl, Kreisrätin Marianne Klaffki und Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann die größte Berufs- und Ausbildungsmesse im Landkreis bei strahlendem Sonnenschein eröffnen, warten schon Scharen von Jugendlichen auf den Einlass.
Am Stand der Bäckerinnung zeigt Bäckermeister Hans Wörmann gemeinsam mit seinem Sohn Hans junior den Besuchern, wie schnell man Teig zu Brezen formen kann. Der Sohn versichert, dass man auch offen sei, Azubis ohne Schulabschluss zu beschäftigen: „Wenn sie Begeisterung und Geschicklichkeit zeigen, warum nicht?“ Dann führt er den Montessori-Schülerinnen Eva, 12, und Fiona, 13, vor, wie sie selbst Brezen formen können. Geschicklichkeit ist auch am Stand der Zimmerer gefragt. Landrat Löwl trifft nicht immer den Nagel auf den Kopf, Florian Hartmann reichen zwei Hammerschläge, um den Nagel im Brett zu versenken.
Insgesamt kommen etwa 5000 Besucher. In Zeiten von Lehrlingsknappheit und Fachkräftemangel haben auch sie ein erhebliches Interesse, über den Berufsinformationstag den dringend benötigten Nachwuchs zu rekrutieren. „Wir befinden uns im Wettbewerb mit einer Vielzahl von Unternehmen“, sagt Alexandra Ulbrich von der Sparkasse Dachau. „Hier am Stand können wir zeigen, wer und wie wir sind, nämlich familiär und regional aufgestellt.“ Der Aufwand eines Messestandes lohne sich auf jeden Fall, so Ulbrich. „Am Ende kommen immer ein bis zwei neue Azubis von der JOB.“



Dementsprechend präsentieren sich alle 60 potenzielle Arbeitgeber – Betriebe, Innungen, Behörden, weiterführende Schulen und andere Fortbildungseinrichtungen aus dem Landkreis – von ihrer Schokoladenseite. Manche sogar sprichwörtlich, wie die Sparkasse: Sie hat extra einen Stand mit Süßigkeiten aufgebaut, an dem die Besucher kleine Papiertütchen mit Süßigkeiten befüllen können.
Veranstalter des Berufsinformationstags ist der Arbeitskreis Schule und Wirtschaft in Dachau. Der Titel JOB stehe stellvertretend für Jugend, Orientierung, Berufswahl, sagt der 1. Vorsitzende für den Bereich Schule, Albert Sikora. „Gerade in Zeiten der Orientierungslosigkeit, die viele Jugendliche heute erleben, wollen wir konstant Orientierung bieten“, erklärt der Schulamtsdirektor. Dass auch ein paar Schüler zu ihrem Glück ein wenig geschubst werden müssen, lässt er dabei nicht unerwähnt: „Manche Schulklassen haben diesen Tag verpflichtend im Lehrplan“, so Sikora.
Wie die achte Klasse der Mittelschule Bergkirchen und die Berufsschule Dachau. Mittelschul-Vertrauenslehrer Felix Kroschewski sowie die für die Berufsvorbereitung zuständige Berufsschullehrerin Teresa Zoll begleiten ihre Schützlinge und führen anschließend Gespräche mit ihnen. „Meine Schüler kommen teilweise vom Land, die würden nicht alleine nach Dachau fahren, aber gemeinsam macht es ihnen Spaß und sie nehmen eine ganze Menge positiver Eindrücke mit“, sagt Zoll.
Die Handwerksbetriebe werben mit einem Rundgang durch verschiedene Gewerke
Die größte Attraktion heißt dieses Mal „Job Checker“, ein Rundgang durch verschiedene Gewerke, umgeben von den Ständen der Handwerksbetriebe. Angeboten wird der Job Checker, eine Initiative von Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs, von der Schreinerinnung, die Elektrikerinnung und dem MINT-Campus Dachau. Dabei können die Jugendlichen unter Anleitung von Jugendlichen des MINT-Campus fräsen, lasern, löten und eine Acrylglasscheibe kreativ gestalten. Am Ende entsteht ein indirekt beleuchtetes Schild mit dem eigenen Namen, das man mit nach Hause nehmen kann. Zarah Viereck, Zehntklässlerin am Ignaz-Taschner-Gymnasium in Dachau, ist begeistert. „Ich mag mich handwerklich ausprobieren, das macht Spaß.“
Eine weitere Neuerung, die künftig sogar noch ausgebaut werden soll, ist das Thema Inklusion, unter anderem vertreten durch den Behindertenbeauftragten von Stadt und Landkreis Dachau, Hartmut Baumgärtner. Er freut sich, dass er das Thema so zu den Jugendlichen und Firmen gleichzeitig bringen kann. „Wir müssen heutzutage auch behinderte Menschen in Jobs bringen“, betont er.

