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Bergkirchen:Kleiderkammer für kleine Größen

Helferkreis Bergkirchen

Die Kleiderausgabe nach dem ersten Aufruf der Bergkirchener Helfer im Januar war ein Erfolg. Am kommenden Samstag sammeln sie wieder Spenden.

(Foto: privat)

Der Helferkreis Bergkirchen sammelt Jacken, Hosen und Jeans - und sucht Unterstützung im Deutschunterricht

Von Anna-Sophia Lang, Bergkirchen

In der Traglufthalle in Bergkirchen wohnen seit etwa einem Monat Asylsuchende. Der Helferkreis, der extra für die etwa 270 Menschen gebildet wurde, ist schon gut organisiert: Sieben verschiedene Gruppen kümmern sich um die alltäglichen Belange der Flüchtlinge. Etwa 70 Helfer haben sich zusammengefunden. Eine von ihnen ist Irene Hundt. Die junge Mutter engagiert sich neben ihrer Berufstätigkeit in der Kleiderkammer. "Ich will etwas von dem Glück, das ich in meinem Leben habe, zurückgeben", sagt sie. Mit den Flüchtlingen in der Traglufthalle hat sie bislang nur gute Erfahrungen gemacht. Die jungen Männer aus zehn verschiedenen Nationen seien aufgeschlossen und wissbegierig. Die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, Frauen und Kinder sind nicht dabei. "Sie möchten so viel wie möglich von der deutschen Kultur und Sprache lernen", sagt Hundt, "und sind für alles dankbar, was man ihnen anbietet."

Beim Deutschunterricht stehen Worte im Mittelpunkt, die im Alltag gebraucht werden: Lebensmittel, Zahlen, einfache Sätze. Derzeit werden die Flüchtlinge nach Sprachkenntnissen in verschiedene Gruppen eingeteilt. Zusätzliche Helfer für die Deutschkurse werden dringend gesucht. Erfahrung im Unterrichten ist nicht nötig. Auch finanzielle Spenden können die Ehrenamtlichen gut gebrauchen, um zusätzliche Unterrichtsmaterialien zu kaufen. Die Freizeitgruppe macht mit den jungen Männern Spiele oder geht mit ihnen joggen, bis die Fußballplätze wieder bespielbar sind. Fußball spielen, so die Erfahrung der Helfer, ist einer der größten Wünsche der Flüchtlinge. Außerdem denkt der Helferkreis über zwei Tischtennisplatten vor der Halle nach. Dazu müsste jedoch erst der matschige Boden befestigt werden. "Es gibt viele Pläne, aber auch hier fehlt es uns an Geld und Leuten", sagt Hundt.

Angefeindet wird sie wegen ihres Ehrenamts nicht, aber immer wieder wird sie gefragt: "Was sind das für Leute, die da wohnen?" Um etwas gegen diese Anonymität zu tun, soll es auf der Homepage des Helferkreises bald Berichte und Bilder aus der Unterkunft geben. Von der Spendenbereitschaft der Bergkirchener ist Hundt begeistert. Die erste Sammelaktion im Januar war ein großer Erfolg. Auch der Verein "Münchner Freiwillige - Wir helfen" spendete Jacken und Decken. 240 Flüchtlinge konnten mit dem Nötigsten ausgestattet werden. Zwei Tage dauerte die Ausgabe, die von den Helfern wochenlang vorbereitet worden war. Streit gab es nicht: Mit einem ausgeklügelten System stellten die Ehrenamtlichen schon vorher für jeden Flüchtling die entsprechenden Kleidungsstücke in den richtigen Größen zusammen. FC-Bayern-München-Schals seien besonders gut angekommen.

Wer sich im Helferkreis engagieren möchte, kann sich unter www.helferkreis-bergkirchen.de informieren oder an Annette Hartl (Telefon 08131 / 56 97 12) wenden. Viele der Ehrenamtlichen sind berufstätig, deshalb sind auch Menschen willkommen, die tagsüber Zeit haben. Am Samstag, 20. Februar, sammelt der Helferkreis wieder Kleidung. Annahme der Spenden ist von 9 bis 13 Uhr im Rathaus, Johann-Michael-Fischer-Straße 1. Gebraucht werden gut erhaltene Jacken in S und M, Hosen oder Jeans in kleinen Größen (170/176/S) sowie Sport- und Trainingskleidung in S und M. Auch sucht der Helferkreis Sport-, Outdoor- und Badeschuhe in den Größen 40 bis 46. Sporttaschen und Rucksäcke werden ebenfalls angenommen, genau wie Regenschirme. Die Freizeitgruppe bittet um Bälle aller Art sowie Sportgeräte für draußen und Spiele für drinnen. Bekleidung für Frauen und Kinder wird nicht gesammelt.

© SZ vom 17.02.2016
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