Hochwasserschutz in GündingBypass, Brücke und Betonmauern

Lesezeit: 2 Min.

Auf beiden Seiten rahmen jetzt Schutzwände den Bulachgraben nördlich der ebenfalls erneuerten St.-Vitus-Brücke ein.
Auf beiden Seiten rahmen jetzt Schutzwände den Bulachgraben nördlich der ebenfalls erneuerten St.-Vitus-Brücke ein. (Foto: Toni Heigl)
  • Günding erhält für sieben Millionen Euro einen umfassenden Hochwasserschutz mit Flutmulden, Bypass, neuer Brücke und Betonmauern am Bulachgraben.
  • Die Kosten teilen sich das Wasserwirtschaftsamt München und die Gemeinde Bergkirchen je zur Hälfte, die Bauarbeiten dauerten drei Jahre.
  • Der Bulachgraben ist jetzt auf ein Jahrhunderthochwasser plus 15 Prozent Klimafaktor ausgelegt und zeigte beim Juni-Hochwasser 2024 bereits Wirkung.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Flutmulden, ein Bypass, eine neue Brücke und viele Mauern sollen Günding künftig vor Hochwasser schützen.  Sieben Millionen Euro kosten die Sicherheitsvorrichtungen.

Von Alexandra Vettori, Bergkirchen

Sie sehen ein bisschen komisch aus, die langen Betonmauern an der Straße zum Sportplatz und entlang der St.-Vitus-Straße. Schneeweiß stehen sie da recht künstlich in der Landschaft. Wer aber die Bilder vom Juni-Hochwasser 2024 noch im Kopf hat, weiß, warum die Mauern hier stehen. Genau hier stapelte die Feuerwehr unzählige Sandsäcke zu einer Wand gegen die Wassermassen.

Sieben Millionen Euro hat der Hochwasserschutz im Bergkirchener Ortsteil Günding gekostet, ein ganzes Maßnahmenpaket ist es geworden. Die Hälfte der Kosten trägt das Wasserwirtschaftsamt München, die andere die Gemeinde. Der nötige Grund war größtenteils in öffentlicher Hand, und so konnte das Ziel „mehr Platz für den Bulachgraben“ vergleichsweise zügig umgesetzt werden. Drei Jahre haben die Bauarbeiten gedauert, kürzlich wurde die Einweihung gefeiert.

Die neue St.-Vitus-Brücke über den Bulachgraben lässt fast zweimal so viel Wasser durch wie die alte.
Die neue St.-Vitus-Brücke über den Bulachgraben lässt fast zweimal so viel Wasser durch wie die alte. (Foto: Toni Heigl)
So sah es im Juni vergangenen Jahres an der St.-Vitus-Brücke aus.
So sah es im Juni vergangenen Jahres an der St.-Vitus-Brücke aus. (Foto: Niels P. Jørgensen)

Auch wenn sämtliche Maßnahmen am Bulachgraben stattfanden, handelt es sich doch eigentlich um Hochwasserschutz an der Maisach. Denn von diesem kleinen Fluss, der im Nachbarlandkreis Fürstenfeldbruck entspringt und südlich von Günding in den Amperkanal und die Amper mündet, kommen im Fall der Fälle die Wassermassen. In Günding fließt sie mitten durch den Ort, hier und am anschließenden Wasserwerk ist das Bett eng.

Angebot der SZ
:Wählen Sie den Whatsapp-Kanal für Ihren Landkreis

Die Süddeutsche Zeitung bietet Whatsapp-Kanäle für alle Landkreise rund um München an. Das Angebot ist kostenlos. So abonnieren Sie die Kanäle.

Der Bulachgraben wiederum ist der Ablauf. Er zweigt in Günding aus der Maisach ab und fließt quer durch den südlichen Teil des Orts zum Amperkanal, der wie die Amper im Süden verläuft. Beim Bau des Maisach-Wasserkraftwerks in Günding wurde der Graben zur Entlastungsrinne ausgebaut. Aber eben nicht ausgelegt für ein 100-jährliches Hochwasser.

Beim Hochwasser im Sommer 2024 überschwemmt das Wasser einmal mehr die Sportplätze und rückt bis an das Sportheim heran.
Beim Hochwasser im Sommer 2024 überschwemmt das Wasser einmal mehr die Sportplätze und rückt bis an das Sportheim heran. (Foto: Niels P. Jørgensen)

Bei besonders hohen Pegeln, das haben die Jahre 2013 und auch 2024 gezeigt, tritt er über die Ufer. 2013 war es besonders heftig, da überschwemmte er ganze Straßenzüge in Günding und richtete massive Schäden an.

Jetzt, mit Abschluss der Bauarbeiten am zweiten Bauabschnitt des Hochwasserschutzes, ist der Bulachgraben auf die Höhe eines Jahrhunderthochwassers plus 15 Prozent Klimafaktor ausgelegt, wie Stefan Homilius, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes betont: „Ein Restrisiko gibt es immer, aber wir sehen dem nächsten Hochwasser auf jeden Fall deutlich entspannter als vorher entgegen.“

Rund um den Bulachgraben verlaufen jetzt Mauern, auch entlang der St.-Vitus-Straße.
Rund um den Bulachgraben verlaufen jetzt Mauern, auch entlang der St.-Vitus-Straße. (Foto: Alexandra Vettori)

Im südlichen Bereich des Grabens sind Flutmulden gebaggert und mit schweren Steinen befestigt worden, dazu ein Bypass, ein zusätzlicher Zufluss, zum Amperkanal. Wo räumlich möglich, wurde das Bett des Gewässers aufgeweitet, um den Wasserstand möglichst niedrig zu halten.

Mitten in den zweiten Bauabschnitt fiel voriges Jahr das Juni-Hochwasser. Auch an der Baustelle gab es Schäden, die neuen Spundwandkästen für die neue Brücke an der St.-Vitus-Straße zum Beispiel wurden geflutet. Sie mussten erst trocknen, bevor die Arbeiten weitergehen konnten. Ansonsten aber zeigten die Maßnahmen aus dem ersten Bauabschnitt am Amperkanal schon Wirkung: So weit wie 2013 trat das Wasser im Bulachgraben auch im Oberlauf nicht mehr über die Ufer.

Die Flutmulde im unteren Teil des Bulachgrabens kann zusätzlich Wasser aufnehmen, bevor er in den Amperkanal mündet.
Die Flutmulde im unteren Teil des Bulachgrabens kann zusätzlich Wasser aufnehmen, bevor er in den Amperkanal mündet. (Foto: Toni Heigl)

„Das war ein Riesenglück, dass die Brücke an der St.-Vitus-Straße schon abgerissen war, so war dieses Nadelöhr weg“, erinnert sich Wasserwirtschaftsamts-Leiter Stefan Homilius. So konnte das Wasser gut ablaufen, die Überschwemmungen hielten sich in Grenzen.

Der zweite Bauabschnitt sah dann auch eine neue, größere Brücke an der St.-Vitus-Straße vor, mit fast doppelt so großem Abflussquerschnitt wie die alte. Entlang der Straße zum Sportplatz und der St.-Vitus-Straße sowie an nahegelegenen Häusern verlaufen jetzt Betonmauern, sie sollen Straßen und Häuser künftig vor dem Wasser schützen.

Dass es innerhalb von elf Jahren zweimal zu einem sogenannten Jahrhunderthochwasser gekommen ist, sieht Stefan Homilius nicht unbedingt als Sensation: „Der Begriff Jahrhunderthochwasser beschreibt nur die Wahrscheinlichkeit. Aber man kann auch dreimal hintereinander eine Drei würfeln.“

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

9. November 1938 in Dachau
:Vertreibung markiert den Auftakt zum Massenmord

Mit der Pogromnacht vor 87 Jahren beginnt auch die Deportation von Juden in Konzentrationslager wie Dachau. Aus der Stadt und dem Landkreis  selbst waren die Menschen zuvor vertrieben worden.

SZ PlusVon Helmut Zeller

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Gutscheine: