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Bergkirchen:Ärger mit Schleichwegen

Die geplante Nord-Ost-Umfahrung von Dachau ist umstritten. Bergkirchen sähe sich durch die Umsetzung der Pläne jedoch erheblich entlastet. Jetzt macht die Gemeinde jetzt Druck.

Petra Schafflik

Die steigende Verkehrsbelastung ist Dauerthema im Landkreis. Jetzt macht Bergkirchen Druck für eine rasche Umsetzung der geplanten Nord-Ost-Umgehung von Dachau. Von dieser Trasse erhofft sich die Nachbargemeinde der Kreisstadt eine deutliche Verkehrsentlastung. Das Projekt wurde jedoch im staatlichen Straßenausbauplan auf einen Zeitraum nach 2025 verschoben. Zeitnah könnte die Trasse nur auf Kosten der Stadt, wenn auch mit hohen staatlichen Zuschüssen, entstehen. Genau darauf drängt nun Bergkirchen.

Die geplante Umgehungsstraße "ist dringend für die umliegenden Gemeinden von Dachau notwendig, um der erheblichen Verkehrsproblematik Herr zu werden", sagte Bergkirchens Bürgermeister Simon Landmann (CSU) im Gemeinderat. Denn die Gemeinde leide massiv darunter, dass die Staatsstraße 2047 als einzige direkte Straßenverbindung vom nördlichen Landkreis in Richtung Dachau überlastet ist. Die Folge für die westliche Nachbargemeinde der Kreisstadt: "Der Verkehr sucht sich andere Wege." Drei Querströme durchfluteten zu Hauptverkehrszeiten das Bergkirchener Gemeindegebiet, "weil das Loch Richtung Dachau zu ist", präzisiert Bürgermeister Landmann.

Dies zeige klar eine aktuelle Verkehrsuntersuchung der Gemeinde, bei der die Autofahrer per Stichprobe auch über ihr Fahrziel befragt worden sind. Auch die gerade vorgelegte Vorstudie zur Verkehrsentwicklung des Landkreises komme zu diesem Ergebnis. Am massivsten belastet ist nach Auskunft von Bürgermeister Landmann die Strecke von Stetten im Gemeindegebiet Schwabhausen über Bergkirchen zur Autobahn A 8. Aber auch von Lohfeld über Unterbachern zur Bundesstraße 471 und von Kreuzholzhausen Richtung Palsweis strömt der Durchgangsverkehr.

Die eigenen Hausaufgaben hat Bergkirchen mit einer Südumfahrung des Orts bereits gemacht. Für eine weitere, deutlich spürbare Entlastung ist man nun aber auf den Nachbarn angewiesen. Die geplante Nord-Ost-Umfahrung von Dachau würde die jetzt genutzten "Schleichwege" um 40 bis 50 Prozent und damit sehr deutlich entlasten, da ist sich Bürgermeister Landmann sicher. Auf die laut dem gültigen Straßenausbauplan für einen Zeitraum nach 2025 avisierte Realisierung "können wir nicht warten". Doch für Dachau besteht bekanntlich die Option, die Strecke in sogenannter kommunaler Eigenbaulast zu errichten, bis zu 80 Prozent der Kosten würde der Freistaat zuschießen.

Und genau diese Lösung verlangt Bergkirchen nun mit Nachdruck. Landkreis und Stadt fordert der Gemeinderat per Beschluss auf, "die dringend notwendige Nord-Ost-Umfahrung von Dachau schnellstmöglich umzusetzen und dem Projekt ein gesteigertes Interesse zu geben." Konkret will die Gemeinde, "dass das Thema angegangen und forciert wird", erklärt Bürgermeister Landmann.

© SZ vom 24.04.2012
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