Ein Beispiel: Beleghebamme Angela Sürth beginnt um 8 Uhr ihre Schicht, den ganzen Tag ist wenig los in der Dachauer Geburtsklinik, die Eins-zu-eins-Betreuung einer Gebärenden damit kein Problem. Laut einer Statistik des Deutschen Hebammenverbands klappt eine solch enge Betreuung gerade im Belegsystem kleiner Häuser wie jenem in Dachau mit nur rund 650 Geburten im Jahr in rund 60 Prozent aller Fälle. Nur was, wenn gegen Ende von Sürths 12-Stunden-Schicht doch noch eine Frau klingelt, die womöglich gar nicht in den Wehen liegt, sondern lediglich Beschwerden hat, wie sie in einer Schwangerschaft nun mal auftreten können? Klar kümmert sich Sürth dann auch um diese zweite Schwangere, das ist ihr Job. Sobald die 54-Jährige allerdings die zweite Frau betreut – und dabei ist es ganz egal, wie lange –, bekommt sie auf einen Schlag nicht mehr, sondern weniger Geld. Zumindest wenn es nach dem neuen Hebammenhilfevertrag geht, der zum 1. November in Kraft treten soll. Und wenn es nach Sürth geht, dann kommt darin das Belegsystem „richtig schlecht weg“.
Gesundheit„Die Leidtragenden sind am Ende die Frauen“
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Wegen eines neuen Vertrags fürchten Beleghebammen Einnahmeverluste von bis zu 30 Prozent. Im schlimmsten Fall könnte ab November die Geburtenhilfe in vielen Krankenhäusern vor dem Aus stehen. Auch im Landkreis Dachau ist die Lage ungewiss.
Von Jacqueline Lang, Dachau
