Bei den drei Linden Herrliche Aussicht und heilsames Wasser

Sabine Hermann aus Röhrmoos genießt das Plätzchen, an dem vor 150 Jahren schon Kaiserin Sisi neue Kräfte sammelte.

Von David Riegel

Röhrmoos - Die Einheimischen nennen den Platz "Bei den drei Linden", für Sabine Hermann ist es schlicht und einfach "ein schöner Flecken Land": der Aussichtspunkt wenige hundert Meter oberhalb des Schlossguts und Biergartens im Wallfahrtsort Mariabrunn.

Sabine Herrmann genießt die Aussicht bei den drei Linden in Mariabrunn.

(Foto: DAH)

"Hier wird einem erst bewusst, auf was für einem wunderbaren Stück Erde wir leben", sagt die Gästeführerin. Im Schatten der mächtigen Baumgruppe entspannt sich Hermann gerne nach einer Radtour und "genießt die Ruhe und den malerischen Ausblick". Bei Föhn kann man hinter der Skyline der Landeshauptstadt München sogar die imposante Kulisse der Alpen sehen.

Wo vor rund 150 Jahren die "Doktorbäuerin" Amalie Hohenester die österreichische Kaiserin Sisi und den Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch von deren Leiden kurierte, dort verweilt Sabine Hermann am liebsten: im und um den Wallfahrtsort Mariabrunn. Im Juli des Jahres 1662 hatte nahe ihres Lieblingsplatzes der Mochinger Bauer Stephan Schlairboeck durch das Wasser einer Quelle eine wundersame Heilung erfahren. Mariabrunn wurde zu einem Wallfahrtsort, seine Anziehungskraft lockte ganz Europa: Heute noch pilgern viele zur schmucken Wallfahrtskirche im Herzen des Gutshofes, um Spiritualität und vor allem sich selbst zu finden.

"In der Gegend lässt sich auch hervorragend wandern", sagt Hermann. Knappe fünf Kilometer ist ihr Heimatort Röhrmoos vom romantischen Ausflugsort entfernt, an dem auch Jakobsweg-Wanderer oft vorbeikommen. "Mariabrunn liegt einfach idyllisch", schwärmt die Gästeführerin. Seit einigen Jahren wären laut Hermann auch vermehrt Münchner im einstigen Heil- und Kurbad, um das nahe Hügelland zu erkunden.

Aufgewachsen in Röhrmoos, pflegt Sabine Hermann die Liebe zu ihrer Heimat, dem Dachauer Land: Sie gibt regelmäßig Themenführung über den Literaten Ludwig Thoma, der einst in Dachau lebte, und erklärt Kindern, wie das Wildschwein in das Röhrmooser Wappen kam. Mit ihrer Familie radelt sie oft hierher, nicht nur wegen der schönen Aussicht: "Das Wasser hat sich als heilkräftig erwiesen", sagt sie und nimmt einen Schluck aus der magischen Quelle.