RTL-Show:Liebe geht nicht immer durch den Magen

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Bauer sucht Frau

Hubert Burgstaller mit seinen beiden Kandidatinnen beim Scheunenfest. Mit zu ihm auf den Hof fährt allerdings nur Andrea (rechts).

(Foto: RTL)

Die 17. Staffel "Bauer sucht Frau" beginnt für Hubert Burgstaller mit einer Enttäuschung. Grund dafür ist sein Faible für Fleisch

Von Jacqueline Lang, Erdweg

Es heißt ja: Liebe geht durch den Magen. Ganz klar belegt ist nicht, in welcher Zeit diese Redewendung ihren Ursprung hat, aber es wird gemeinhin vermutet, dass sie noch aus einer Zeit stammt, als es ganz klare Rollenbilder gab: Die Frau gehört in die Küche, ihre Aufgabe ist es, ihrem geliebten Mann etwas Leckeres zu kochen. Am besten gute Hausmannskost mit viel Fleisch. Und auch wenn es immer mehr Menschen gibt, die aus diesen Klischees auszubrechen versuchen, so gibt es doch auch immer noch genug, die gerne daran festhalten wollen.

Nicht zuletzt im deutschen Fernsehen werden veraltete Rollenbilder gerne zelebriert und reproduziert. Man nehme nur das Beispiel "Bauer sucht Frau", jener RTL-Datingshow, die seit vergangenen Montag bereits zum 17. Mal läuft. Und wie der Name der Show schon vermuten lässt, geht es nicht nur um heteronormative Beziehungen, - von Pferdewirtin Lara, die laut RTL "eine Traumfrau mit Köpfchen" sucht, vielleicht mal abgesehen. Es geht häufig auch um konventionelle Landwirtschaft. Nicht selten handelt es sich bei den Bauern nämlich um Viehzüchter. So auch im Fall von Kandidat Hubert Burgstaller aus Unterweikertshofen: Er ist ein Bienen- und Ferkelzüchter auf der Suche nach der großen Liebe.

Dass der 39-Jährige einem leckeren Steak nicht abgeneigt ist, versteht sich qua Beruf praktisch von selbst, auch wenn er die Landwirtschaft nur noch im Nebenerwerb betreibt. Umso mehr überraschen die Schlagzeilen die nun nach dem sogenannten Scheunenfest, auf dem die Bauern ihre Kandidatinnen erstmals treffen, die Runde machen: "Vegan-Schock bei ,Bauer sucht Frau': Korb für Bauer Hubert - weil er Fleisch ist", titelte am Dienstagmorgen etwa die Bild, der Berliner Kurier schreibt: "Falsches Spiel von Melanie bei ,Bauer sucht Frau': So bitter böse hat sie Bauer Hubert (39) verarscht!"

Was um Himmels willen ist passiert? Aus all den Bewerberinnen hat sich Bauer Hubert zwei Kandidatinnen ausgesucht, die im Anschluss an das Scheunenfest eigentlich eine Woche bei ihm auf dem Hof hätten wohnen sollen. Doch nur Kandidatin Andrea wird nun sieben Tage im Landkreis Dachau verbringen. Melanie, Kandidatin Nummer zwei, hat sich dagegen entschieden. Der Grund: Sie ist Veganerin und isst bis auf Honig keine tierischen Produkte. In ihrer Bewerbung hat sie vergessen, das zu erwähnen. Deshalb unterstellt ihr die Boulevardpresse nun böse Absichten. Hubert seinerseits mag auf sein Grillfleisch aber auch nicht verzichten. Ihm kann man allerdings - obwohl auch er das in seinem Bewerbungsvideo nicht extra erwähnt hat - zugute halten, dass er, nun ja, von Berufswegen Fleischfresser ist. Immerhin sind die süßen Ferkel auf seinem Hof nun mal nicht seine Haustiere.

Hubert, der durchaus kompromissbereit ist - in einem Gespräch mit der Dachauer SZ hatte er im Vorfeld gesagt, ihm reiche es schon, wenn es zu 70 Prozent passe, woraufhin ihm wiederum einige vorgeworfen hatten, er habe keine ernsten Absichten - hätte in der fleischlosen Ernährung von Melanie aber auch gar kein Problem gesehen. Zumindest, solange er selbst nicht auf ein Schnitzel von seinen "glücklichen Schweinen" verzichten muss. Er hätte nicht einmal darauf bestanden, dass seine Angebetete ihn bekocht, sein Frühstücksei hätte er sich sogar morgens selbst gemacht. Selbst ist schließlich der Mann. Melanie reicht das jedoch offenbar nicht: Der Funke sei nicht übergesprungen, sagt sie bei ihrem Abschied. Und ja, ausschlaggebend sei auch "diese Fleischgeschichte" gewesen. Die Moral von der Geschicht'? Manchmal kann das, was durch den Magen geht, Gift für die Liebe sein.

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