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Bauamt Dachau:Kuhstall neben Kindergarten

Planungen in Mitterndorf sollen überarbeitet werden

Ferien auf dem Bauernhof sind bei Familien durchaus bliebt. Doch auf Dauer neben Scheune und Kuhstall zu wohnen, ist vermutlich nicht jedermanns Sache. Genau deshalb gibt es im Baugesetz auch Grenzwerte die regeln, welche Geruchs- wie auch Lärmbelästigungen in Wohn- und Dorfgebieten zulässig sind. Vorgaben, die nun die Planung der Stadt für das Gelände der ehemaligen Schule in Mitterndorf in Schwierigkeiten bringen. Denn das Areal an der Ignaz-Taschner-Straße, auf dem ein Kindergarten und Sozialwohnungen entstehen sollen, grenzt direkt an einen landwirtschaftlichen Betrieb. Und wie sich nun gezeigt hat, sind die bisher entwickelten Planungen nicht kompatibel mit dem benachbarten Bauernhof, der sich noch erweitern möchte. Nun soll, so das Votum der Stadträte im Bauausschuss, der städtische Entwurf noch einmal überarbeitet werden.

Schon seit 2017 arbeitet das Bauamt daran, für das städtische Grundstück in Mitterndorf, auf dem noch das alte Schulhaus steht, einen Bebauungsplan zu entwickeln. Entstehen sollen dort an der Brucker Straße eine zweigeschossige Kita im Westen, im Norden und Osten insgesamt drei Mehrfamilienhäuser mit 32 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau. In der Mitte ist ein Dorfplatz vorgesehen, in dessen Zentrum idyllisch ein traditioneller Maibaum stehen könnte. Allerdings grenzt das Areal im Westen, also hinter dem geplanten Kindergarten, direkt an einen Bauernhof mit Milchviehhaltung. Der dort tätige Landwirt will zudem seinen Rinderstall in Richtung des städtischen Grundstücks erweitern, hat dafür auch schon eine Genehmigung erhalten. Zusätzlich soll noch ein Kälberstall errichtet werden, erläuterte Bauamtsleiter Moritz Reinhold den Stadträten im Bauausschuss. Weil der Bereich am Stadtrand baurechtlich ein Dorfgebiet ist, sind neue landwirtschaftliche Vorhaben dort zulässig. Diese gelten als privilegiert.

Landwirtschaft neben Wohnen - das führt nun zu einer Interessenkollision. Und laut einem Gutachten auch zu einer geringfügigen Überschreitung der Grenzwerte, was die Geruchsbelastung auf einem Teil des städtischen Grundstücks angeht. Obwohl das Planungsverfahren schon weit fortgeschritten ist, bereits eine erste Bürgerbeteiligung stattgefunden hat, soll deshalb der Entwurf nun angesichts der absehbaren Konflikte noch einmal überarbeitet werden. Dafür sprachen sich die Stadträte im Bauausschuss einstimmig aus. "Wir werden nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen und unsere Planung durchdrücken", sagte Gertrud Schmidt-Podolsky. Auch Sören Schneider (SPD) ist dafür, "einen Mittelweg zu finden, um den Konflikt zu lösen." Die Familienreferentin des Stadtrats, Elisabeth Zimmermann (CSU), bat zu prüfen, ob eine Kita in dieser Lage überhaupt genehmigungsfähig ist. "Nicht, dass wir die Kita gar nicht hinbauen dürfen." Möglicherweise reiche eine kontrollierte Lüftung, um die Gerüche aus der Einrichtung heraus zu halten, erklärte Bauamtsleiter Reinhold. Dies gilt es nun im Rahmen einer Planüberarbeitung zu prüfen. Ziel ist laut Sitzungsvorlage, "die Belange der Kinderbetreuung und des sozialen Wohnungsbaus mit denen der Landwirtschaft in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen".