Eigentlich braucht eine Autobahn nach 50 Jahren eine Grundsanierung, so auch die A 92 im Münchner Norden. Risse und Senken haben sich gebildet, vor allem im ältesten Abschnitt zwischen Oberschleißheim und Eching. Doch eigentlich ergibt eine Sanierung keinen Sinn, schließlich soll die Autobahn zwischen Feldmoching und Kreuz Neufahrn doch sechsspurig ausgebaut werden. Der Verkehr hat massiv zugenommen, die Kapazitätsgrenze ist längst erreicht.
Das Genehmigungsverfahren für die Verbreiterung läuft seit fünf Jahren, ein Ende ist nicht abzusehen. „Der Zustand der A 92 wird aber immer schlechter, deshalb müssen wir jetzt sanieren“, betont Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahn GmbH. Gerade am Ende der Lebensdauer gehe es rapide bergab. Seit Mai gilt deshalb auf Abschnitten wie dem zwischen Eching und Oberschleißheim ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde für Autos, für Motorräder sogar 80. Würden keine Maßnahmen ergriffen, so Seebacher, wäre der nächste Schritt, Motorräder aus Sicherheitsgründen ganz auszusperren.

Verkehr:Modernisierungsstau bremst Autofahrer aus
Viele Autobahnen in Südbayern sind so marode, dass sie dringend saniert werden müssten. Weil das Geld dafür fehlt, gilt jetzt auf mehreren Strecken ein Tempolimit. Betroffen ist unter anderem die A 92 zwischen Oberschleißheim und Eching sowie bei Freising.
Deshalb hat sich die Autobahn GmbH nun doch für eine Fahrbahnsanierung entschieden, Ausbau hin oder her. Die Arbeiten sind in drei Abschnitte aufgeteilt. Den Anfang macht in diesem Jahr das nur wenige Kilometer lange Stück zwischen Ober- und Unterschleißheim, nächstes Jahr folgt Freising-Ost bis Flughafen und voraussichtlich 2027 die Strecke zwischen Neufahrn und Unterschleißheim. Ganz sicher könne man das aber noch nicht sagen, so Seebacher. „Das ist eine Frage der Finanzierung“, und die hänge von den weiteren Beratungen im Bundestag ab.
Anfang Juli wurden zwischen Oberschleißheim und Freising bereits einige Anschlussstellen für eine Nacht gesperrt, bis Ende August soll die umfangreiche Baustellenvorbereitung abgeschlossen sein. Weil die Sanierung bei laufendem Betrieb geschieht, werden alle vier Fahrspuren auf eine Seite des jetzigen Mittelstreifens verlegt. Auf der freien Seite entfernen die Straßenbaufirmen dann die alten Betonplatten und bauen neuen Asphalt ein.
„Das funktioniert, es wird nur ein bisschen eng“, versichert Autobahn-Sprecher Josef Seebauer, nicht alle Fahrspuren weisen dann die gewohnte Breite auf. Ist die eine Fahrtrichtung fertig, wechselt der Verkehr auf diese, und die Baumaschinen rücken auf der anderen Seite an. Bis Ende des Jahres sollen beide Fahrtrichtungen saniert sein.
Teils sind die Schutzplanken am Mittelstreifen bereits abgebaut worden, ein Kampfmitteldienst hat den Boden auf Blindgänger untersucht. Nicht, weil begründeter Verdacht bestanden habe, sondern weil dies Vorschrift sei, so Seebachter. Auf jeden Fall, betont er, stehen die neuen Fahrbahnbeläge einem späteren sechsspurigen Ausbau der A 92 nicht im Wege. „Wir bauen gleich in der vorgesehenen Höhenlage“, erklärt er. Die voraussichtlichen Kosten für den ersten Sanierungsabschnitt liegen bei rund zwölf Millionen Euro.

