Ausbildung in Dachau:292 unbesetzte Lehrstellen

Werner Mooseder

Werner Mooseder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau, ist zuversichtlich, dass noch für einige unbesetzte Lehrstellen Bewerber gefunden werden können.

(Foto: Sessner Fotografie/oh)

Gleichzeitig sind laut IHK 198 junge Dachauer und Dachauerinnen auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekommt auch der Ausbildungsstellenmarkt im Landkreis Dachau weiterhin zu spüren. Vielen Betrieben fehlen laut IHK für München und Oberbayern vor allem Bewerberinnen und Bewerber. Zahlen der Bundesagentur für Arbeit von Ende Juni zufolge gibt es aktuell im Landkreis 292 unbesetzte Lehrstellen. Diesem Angebot stehen noch 198 Bewerberinnen und Bewerber ohne Ausbildung gegenüber. Rein rechnerisch kommen damit im Landkreis auf jeden Bewerber und jede Bewerberin ohne einen Ausbildungsplatz 1,5 Lehrstellen.

"Unsere Ausbildungsbetriebe setzen weiter auf die Ausbildung von eigenem Fachkräftenachwuchs. Sie werden ihrer unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung mehr als gerecht und bieten mehr Lehrstellen an als es Bewerber gibt", sagt Werner Mooseder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau. Durch die Pandemie seien heuer wie auch im Vorjahr nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung ausgefallen. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche konnten oftmals gar nicht oder in nur sehr eingeschränkter Form stattfinden. Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr habe unter dem Lockdown gelitten. Mooseder betont aber: "Nichtsdestotrotz setzen wir auf einen Aufholeffekt bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im September." Und er betont: "Unversorgte oder unentschlossene Schulabgänger haben noch immer alle Chancen, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden."

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um die freien Ausbildungsplätze ist im Landkreis allerdings im Vergleich zu 2020 zurückgegangen - heuer um mehr als drei Prozent, so die Daten der Arbeitsagentur. Deren Angaben beziehen sich dabei auf alle Bereiche des Ausbildungsstellenmarkts, der neben dem IHK-Bereich (Betriebe in Industrie, Handel und Dienstleistungen) auch das Handwerk, die freien Berufe und den öffentlichen Dienst umfasst. Bei der Anzahl der angebotenen Lehrstellen verbuchte die Arbeitsagentur für den Landkreis ein kleines Minus von 0,6 Prozent. "Nachdem im vergangenen Jahr zahlreiche Lehrstellen unbesetzt geblieben sind, haben manche Betriebe die aktive Suche nach Auszubildenden aufgegeben. Für die nach wie vor von Corona-Beschränkungen betroffenen Branchen wie Gastronomie, Tourismus oder Veranstaltungsbereich ist die Situation weiterhin sehr schwierig. Selbst wer Ausbildungsplätze anbietet, hat dort mitunter große Probleme, überhaupt Bewerber zu finden", so der Vorsitzende des IHK-Regionalausschuss Dachau. "Wir werden weltweit um die Qualität unserer einzigartigen dualen Ausbildung beneidet. Leider wählen immer mehr Schulabgänger den Weg eines direkten Studiums, das aber nicht zwangsläufig mit besseren Berufsperspektiven endet. Viele junge Menschen sind mit einer praxisnahen Ausbildung zum Einstieg besser beraten. Die spätere berufliche Weiterbildung oder auch ein Universitätsstudium wird dadurch ja nicht ausgeschlossen, sondern mit Berufserfahrung unterstützt", so Mooseder.

© SZ vom 30.07.2021 / SZ
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