Aus dem Gericht:Viereinhalb Jahre für Vergewaltiger

Das Landgericht München II sieht die Tat als erwiesen an

Ein Mechaniker, der einer 15-jährigen Schülerin Drogen verkauft und sie vergewaltigt hat, ist vor dem Landgericht München II zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Da der 24-Jährige selbst auch Drogen konsumiert, ordnete die Kammer die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Zu dem Vorwurf der Vergewaltigung machte der Mechaniker zum Prozessauftakt vorige Woche keinerlei Angaben. Dem Gericht lag ein Video von der Vernehmung der 15-Jährigen durch einen Ermittlungsrichter vor. Es wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt. Laut Anklage verkaufte der Mechaniker zwischen Anfang Dezember 2019 bis Mitte März vergangenen Jahres in mindestens zehn Fällen Drogen an die Schülerin. Etwa achtmal soll es sich dabei um Ecstasy-Tabletten gehandelt haben, in zwei Fällen um Marihuana. Zur Übergabe der Betäubungsmittel traf sich der Angeklagte mit der 15-Jährigen meist an der Fahrradhalle am Dachauer Bahnhof. In der Nacht vom 16. auf den 17. März vorigen Jahres bot der 24-Jährige der Schülerin auf einem Feld in der Nähe des Bahnhofs einen Joint an und rauchte ihn gemeinsam mit ihr. Anschließend, so die Ermittlungen, bedrängte er die 15-Jährige und verging sich an ihr. Aus Angst vor Repressalien, soll sie keinen Widerstand geleistet haben. Anfang April 2020 wurde der Angeklagte von der Polizei bei einem Drogendeal in Dachau festgenommen. Vor Gericht sagte der Mechaniker, dass er der Schülerin zunächst gar keine Drogen habe verkaufen wollen. Er habe sich von der 15-Jährigen jedoch "breitschlagen" lassen, weil sie ihn "angebettelt" habe. Er selbst habe angefangen Drogen zu konsumieren, weil sein Asylantrag abgelehnt worden sei.

© SZ vom 31.07.2021 / sal
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