Auch im Gewerbegebiet Noch mehr Tempo-30-Zonen

Bündnis will in Karlsfeld nicht nur Wohngebiete verkehrsberuhigen

Außer an den großen Durchgangsstraßen gilt in Karlsfelds Wohngebieten flächendeckend Tempo 30. Das Bündnis für Karlsfeld hat allerdings noch Lücken gefunden, wo eine Einführung des strengen Tempolimits sinnvoll wäre, zum Beispiel im Gewerbegebiet an der Bajuwarenstraße. Zwar sei Tempo 30 in Gewerbegebieten nicht üblich, schreibt der Antragsteller Adrian Heim, doch ergebe sich eine besondere Situation, seitdem das Kinderhaus "Schatzinsel" in der Röntgenstraße, mitten im Gewerbegebiet, eröffnet worden ist. Nun sind hier öfter Eltern und Kinder mit ihren Fahrrädern unterwegs. "Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone wäre ein Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger, insbesondere auch im Hinblick auf den zu erwartenden Anstieg des Lkw-Verkehrs durch das geplante Auslieferungslager der Firma MAN." Etwa 90 Lkw-Fahrten mehr am Tag werden erwartet. Nachholbedarf sieht das Bündnis auch an Nibelungen- und Parzivalstraße. "Zum Schutz der Kinder in der Asylbewerberunterkunft und im Hinblick auf die entstehenden Sozialwohnungen sollte auch hier keine Ausnahme von der Karlsfelder Regel gemacht werden", schreibt Heim. SPD-Gemeinderätin Beate Full ergänzt damit, dass vor der Unterkunft an der Hochstraße - außerhalb der geschlossenen Wohnbebauung - auch noch Tempo 50 gelte. Dieses kurze Stück zwischen der Ampel an der Bajuwarenstraße und dem Ortseingangsschild solle als 30er-Zone ausweisen, wegen spielender Kinder. Angeregt wurde ein Zaun, damit die Kinder nicht blindlings auf die Straße laufen. Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) sagte, er wolle das gerne der zuständigen Stelle, dem Landratsamt Dachau, weiterleiten. Allerdings hätten die Eltern auch eine Aufsichtspflicht. Den Einwand, dass es in anderen Kulturkreisen vielleicht nicht so üblich sei, immer ein Auge auf die Kleinen zu haben, wischte Kolbe mit dem Satz beiseite: "Wir leben in Deutschland."