ASV-Gesundheitsmesse Vorbereitet auf den Ernstfall

Messe informiert über neue technische Produkte und Dienstleistungen in der Pflege - Besucher können sich beraten lassen

Von Thomas Hürner, Dachau

Das Thema Pflege ist in der Öffentlichkeit längst angekommen, trotzdem erfasst es die Betroffenen häufig unvorbereitet. Die Messe "Herzschlag. . . Spür das Leben!" soll hier ansetzen, sie richtet sich an Familien, in denen Angehörige gepflegt werden müssen, an Senioren, an Menschen mit und ohne Handicap, an Fachpersonal für Pflegeberufe und an all jene, die sich bereits frühzeitig mit dem Ernstfall auseinandersetzen wollen. Auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Veranstaltung signalisierte die kommunale Politik daher ihre Unterstützung für das neue Projekt, das im besten Falle mal zu einer Konstante im Dachauer Land wird.

Der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath (CSU) ist Schirmherr der Informationsmesse "Herzschlag... Spür das Leben!".

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Neben Susanne Reichl, Irene Schuster und Sonja Lencik, die mit ihrer Agentur für die Veranstaltung zuständig sind, nahmen auch zwei Vertreter der Dachauer Sparkasse sowie der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath (CSU) und Landrat Stefan Löwl (CSU) am Montagnachmittag auf dem Podium für die Pressekonferenz Platz. Das Thema Pflege bewege die Menschen wie kaum ein anderes, sagte Seidenath, die Messe verfolge daher ein "gutes und wichtiges Ziel". Der Vorsitzende des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege unterstrich die Bedeutung einer solchen Veranstaltung auch anhand seiner Erfahrungen im politischen Alltag. Pflege sei eine sehr persönliche Sache, so Seidenath, aber für viele Menschen erst im Fokus, wenn es bereits unvermeidbar geworden ist. Und das, obwohl die Zahl der Pflegebedürftigen stetig steige, in Bayern seien bereits 360 000 Menschen auf Hilfe im Alltag angewiesen. Rund zwei Drittel der Betroffenen würden Zuhause gepflegt, sagte Seidenath, "die Menschen brauchen also Unterstützung, sie haben Fragen."

Pflege im Herzen

Die Informationsmesse "Herzschlag... Spür das Leben!" findet am Samstag, 9. März, und am Sonntag, 10. März, von jeweils 10 bis 18 Uhr in der Halle des ASV Dachau in der Gröbenriederstraße 21 statt. Verschiedene Aussteller zum Thema Pflege und Betreuung beraten erstmals in der Region in einem individuellen und persönlichen Rahmen.

Höhepunkt ist eine Podiumsdiskussion zum Thema "Pflege und Betreuung - eine Herausforderung für alle" am Sonntag zwischen 11 und 12 Uhr, bei der neben der Kommunalpolitik auch Experten aus dem pflegealltag zu Wort kommen. thue

Für Antworten, eine erste Hilfestellung und Beratung soll auf der Messe gesorgt werden. Aussteller informieren zu neuen technischen Produkten und Dienstleistungen, unter anderem werden Unternehmen für Hörakustik, Sanitätsbedarf, Treppen- und Wannenlifte, Pflegedienste, Seniorenversicherungen, Personalvermittlung und aus vielen weiteren Bereichen vertreten sein. Außerdem wird es eine Reihe von Vorträgen geben, die sich mit unterschiedlichen Problemstellungen und Lösungsansätzen befassen. Josef Dietz von der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck warnt etwa vor Kriminellen, die es mit ihren Betrügereien speziell auf Senioren abgesehen haben, der Allgemeinmediziner Martin Runge aus Esslingen referiert über "Die Philosophie des Älterwerdens", weitere Redner sprechen über praktische Dinge des Alltags wie das Abschließen von Versicherungen oder die Tagespflege. Bei der Podiumsdiskussion mit dem Titel "Pflege und Betreuung - eine Herausforderung für alle!" geht es um die Frage nach der Finanzierung des Pflegesystems und die Zukunft der Pflegepolitik. Neben Kommunalpolitikern wie Bernhard Seidenath, der auch Schirmherr der Veranstaltung ist, Landrat Löwl und Oberbürgermeister Florian Hartmann werden auch Experten aus dem Pflegealltag in der Runde sitzen, sie sollen verschiedene Blickwinkel auf ein komplexes Themenfeld eröffnen.

Das sei auch dringend nötig, wie Löwl auf der Pressekonferenz am Montagnachmittag hervorhob: "Wir sprechen hier von einer großen Zukunftsherausforderung, weil sich die Gesellschaft verändert - und damit auch die Pflege." Jeder sei herzlich willkommen, denn erst im Dialog ließen sich fehlende Strukturen ausmachen und neue Perspektiven eröffnen. "Menschen können sich nicht nur informieren, sondern auch aktiv beraten lassen", sagte Löwl, der damit auch ausdrücklich jene Menschen meinte, die sich präventiv für den Fall der Fälle vorbereiten möchten: "Pflege ist das große Thema, wenn's einen betrifft - aber leider nur selten, wenn's einen nicht betrifft."