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Arnbach:Dorf und Metropole seelsorgerisch

Die 32. Arnbacher Gespräch befassen sich mit einem der grundlegenden Themen des Landkreises

Seit 32 Jahren bietet die katholische Kirche über die Landvolkbewegung am Petersberg bei Erdweg Vorträge an, die den Blick auf wichtige regionale Themen geistig erweitern. Dieses Jahr lautet das zentrale Thema der "Arnbacher Gespräche": "Stadt und Land, Hand in Hand? Urbanisierung und ländlicher Raum." Die Problematik ist klar: Der Landkreis gehört zur Boomregion Münchens. Bis zum Jahr 2035 wird die Bevölkerung vermutlich um 17,2 Prozent auf dann 168 000 Einwohner wachsen. Mit den Strukturproblemen (Verkehr, Bildung, Wohnen) befasst sich die Kreispolitik seit Jahren und hat sich ein Leitbild mit dem Titel "Dorf und Metropole" gegeben. Diese Aspekte will auch der Universitätsprofessor und Diplomarchitekt Mark Michaeli bei seinem Vortrag mit dem Titel: "Wohnen und Leben zwischen Stadt und Land".

Vorrangig geht es ihm dabei "um eine nachhaltige Entwicklung in einem stadtnahen Landkreis". Im Wachstum muss auch die Chance zu Gestaltung gesehen und genutzt werden. Im Vortrag geht soll aufgezeigt werden, wie die Infrastruktur gestärkt, wie die Identität der Bürger gefestigt und wie Demografiegerechtigkeit erreicht werden kann. Der Referent will Anregungen geben, worauf der interessierte Bürger bei der Entwicklung seines Landkreises achten kann und soll. Michaeli leitet im Hauptberuf den Lehrstuhl "Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land" an der Technischen Universität München. Der Vortrag findet am Donnerstag, 2. Februar, 19.30 Uhr, im Pfarrheim von Arnbach statt.

Beim zweiten Gesprächsabend geht es um die Strukturentwicklung im Landkreis aus kirchlicher Sicht. Die Diplomtheologin Elisabeth Simon behandelt das Thema "Alles im Wandel - die Kirche bleibt!? Herausforderungen und Möglichkeiten in modernen Zeiten." Nach einem kurzen Blick auf den Wandel auf dem Land, wie ihn Staat und Wissenschaft beschreiben, stellt die Referentin die Frage, welche besonderen Chancen die noch bestehenden kirchlichen Strukturen bieten, wie sie gut ins Gemeindeleben eingebracht und genutzt werden können. Kirche muss aber gerade auch auf dem Land auf Herausforderungen reagieren. Welche sind das und wie könnten Antwortversuche ausfallen? An diesem Abend will die Referentin Bürgern "realistisch Mut machen", die Zukunft der Dörfer und des Landes mit anzupacken und zu gestalten. Simon ist am erzbischöflichen Ordinariat München zuständig für Landpastoral, also für Seelsorge auf dem Land. Dienstag, 7. März, ebenfalls 19.30 Uhr.

© SZ vom 28.01.2017 / we
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