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Die "Architektouren" finden heuer nur digital statt. Gezeigt werden auch zwei Projekte im Landkreis

Von Eva Waltl, Dachau/Markt Indersdorf

Die "Architektouren", die jährlich von der Bayerischen Architektenkammer organisiert werden, finden erstmals rein digital statt. Im Freistaat stehen 241 ausgewählte Projekte bereit, die sich aufgrund besonderer architektonischer Merkmale auszeichnen. Eine unabhängige Jury kürte Neubauten, Sanierungen und Umbauten. Der Aspekt der Nachhaltigkeit spielt dabei eine tragende Rolle. Da wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr keine persönlichen Besichtigungen möglich sind, stellt die Bayerische Architektenkammer Videos zu den verschiedenen Projekten auf ihrer Homepage zur Verfügung.

In Dachau gibt es das Projekt Ziegler-Villa zu bestaunen. Die ehemalige Künstlervilla wurde von Andreas Eichlinger Architekten aus München aufwendig umgebaut und saniert und bietet heute hochwertigen Wohnraum auf 1060 Quadratmetern. Der Dachauer Brauereibesitzer Ziegler ließ das Anwesen in den Jahren 1895 bis 1905 für den Maler Adolf Hölzel erbauen. Das vollständig ausgemalte Deckengewölbe stammt aus dieser Zeit und verdient besondere Beachtung. Aufgrund der sanften Restaurierung ist es heute noch in voller Pracht zu bewundern.

Zieglervilla

Beispielhaft für gelungene Altbausanierung istdie Ziegler-Villa.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Das architektonische Kleinod besticht außerdem durch seine loftähnliche Raumaufteilung und die filigranen Stuckdecken. Im Zuge des Umbaus, der im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde, ergänzen die außenstehende Treppe und die Balkone das historische Gebäude. Die Bauherren Christian und Peter Schuster aus München arbeiteten mit besonderer Sorgfalt, sodass das künstlerische Erbe aus dem Ende des 19. Jahrhunderts noch heute seinen altehrwürdigen Geist auf dem Anwesen der Ziegler Villa versprüht.

Keineswegs weniger beeindruckend ist das architektonische Erweiterungsprojekt des Gymnasiums Markt Indersdorf. Das Objekt wurde von dem Münchner Architektenbüro Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH realisiert und befindet sich am Ortsrand der Marktgemeinde neben den großflächigen Freisportanlagen. Das Gebäude hat eine Fläche von 60 Metern Länge und 13 Metern Breite. Das Landratsamt Dachau orientierte sich als Bauherr an einfachen Bauweisen und natürlichen Materialien. Helles unbehandeltes Fichtenholz ziert große Teile der Außenfassade und der inneren Wände. Die Konstruktion ist besonders nachhaltig konzipiert und könnte zu einem beliebigen Zeitpunkt problemlos wieder demontiert werden.

Nachhaltig ist der Erweiterungsbau des Indersdorfer Gymnasiums

(Foto: Toni Heigl)

Detailreiche Zusatzinformationen von den jeweiligen Architekten und eindrucksvolles Bildmaterial stellt die Bayerische Architektenkammer auf der Homepage bereit. Architekturinteressierte haben außerdem die Möglichkeit, ein Booklet mit allen ausgewählten Gebäuden und relevanten Angaben kostenlos bei der Bayerischen Architekturkammer zu bestellen.

In virenfreien Jahren gibt es im Zuge der "Architektouren" Vor-Ort-Termine. Diese müssen in diesem Jahr erstmals entfallen. Auch sind derzeit keine Ersatzbesichtigungstermine der Objekte im Folgejahr geplant.

© SZ vom 11.07.2020

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