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Arbeitslosigkeit in Dachau:Corona-Krise trifft den Arbeitsmarkt

Zahl der Erwerbslosen steigt von April auf Mai um elf Prozent

Der regionale Arbeitsmarkt steht weiter unter Druck. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Landkreis Dachau im Mai 2020 um 267 auf insgesamt 2688 Personen gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von 11 Prozent im Vergleich zum Vormonat und einem Plus von 74,2 Prozent im Vergleich zum Mai 2019. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Mai 2020 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent. Im Mai 2019 lag sie bei 1,7 Prozent. "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auf dem regionalen Arbeitsmarkt stark spürbar. Betroffen sind nahezu alle Wirtschaftszweige," so Nikolaus Windisch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freising. "Deutlich wird aber auch: Der massive Einsatz von Kurzarbeit verhindert weiterhin, dass noch mehr Menschen arbeitslos werden. Viele Betriebe möchten ihre Mitarbeiter halten."

In den Monaten März bis Mai 2020 sind rund 5500 Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für etwa 86 000 Mitarbeiter bei der Agentur für Arbeit Freising eingegangen, die neben Dachau auch für die Landkreise Ebersberg, Erding und Freising zuständig ist. Die Anzeigen erfolgten aus verschiedensten Wirtschaftszweigen. Rund 45 Prozent entfielen auf den Einzelhandel, die Gastronomie und das Gesundheitswesen. Eine Anzeige wird vorsorglich gestellt. Das tatsächliche Ausmaß kann erst beurteilt werden, wenn die konkreten Anträge auf Kurzarbeit und der darin aufgeführten tatsächlichen Mitarbeiterzahlen vorliegen. Der Wert kann auch niedriger ausfallen.

Personal wird weiterhin stark nachgefragt: Die Unternehmen der Region informierten den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit im Mai 2020 über 111 neu zu besetzende Arbeitsstellen im Landkreis; das ist ein Plus von 52 Stellen im Vergleich zum Vormonat. Damit waren im Mai 2020 insgesamt 874 bei der Dachauer Arbeitsagentur gemeldete Stellen vakant.

Nicht so gut fällt die Zwischenbilanz für den Ausbildungsmarkt aus: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2019 meldeten die Unternehmen 442 zu besetzende Ausbildungsstellen; das sind 12,5 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Davon waren im Mai 2020 noch 254 Stellen zu vergeben. Im selben Zeitraum nahmen 582 Jugendliche das Beratungsangebot der Dachauer Agentur für Arbeit wahr. Davon haben mittlerweile 333 junge Menschen eine berufliche oder schulische Perspektive, 249 Jugendliche sind noch auf der Suche.

© SZ vom 04.06.2020 / SZ

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