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Antrag der SPD:Ab durch die Hecke

Blick über eine Hecke in Moosburg, 2020

Eine Hecke muss man pflegen, aber sie sieht schön aus und gewährt Igeln einen Durchschlupf.

(Foto: Johannes Simon)

Mit einer Einfriedungssatzung will die SPD den Trend zu hohen Plastikzäunen stoppen

Rund um Dachaus Gärten gibt es immer mehr Einfriedungen aus Kunststoff und Gabionen. Das Stadtbild verändert sich durch diese wallartigen Bauten, stellt aber auch für Tiere wie Igel oft unüberwindbare Hindernisse dar. Die SPD-Fraktion will dieser Entwicklung nicht länger tatenlos zusehen und fordert die Einführung einer Einfriedungssatzung. Ziel sei es, "eine klare Regelung für künftige Einfriedungen von Grundstücken vorzugeben", begründen die Antragsteller Anke Drexler und Sören Schneider.

Die SPD-Stadträte haben dazu in ihrem Antrag bereits einige Eckpunkte zusammengetragen, die durch die Stadtverwaltung bei der Ausarbeitung ihres Entwurfs zu berücksichtigen seien: So sollten die Einfriedungen sowohl vom verwendeten Baumaterial wie auch von der Durchlässigkeit ökologisch verträglich gestaltet werden. Einfriedungen sollen grundsätzlich nicht geschlossen hergestellt werden. Komplett blickdichte Zaunanlagen solle die Stadt zukünftig nur noch an größeren Durchfahrtstraßen und als Ausnahmeregelung erlauben. Die maximale Höhe von Einfriedungen an Einfahrtsstraßen soll künftig eine maximale Höhe von 1,80 Meter aufweisen. Mit der Auflage einer zusätzlichen Begrünung für Zäune zwischen Nachbargrundstücken soll in Absprache eine Höhe von zwei Metern möglich sein, ansonsten eine Höhe von 1,50 Meter nicht überschritten werden. "Diese Höhenbegrenzung gilt nicht für sogenannte lebende Hecken", schreibt die SPD in ihrem Antrag, den sie sowohl optisch wie ökologisch begründet.

" Aktuell wächst die Zahl der Einfriedungen aus Kunststoff und Gabionen. Das Stadtbild verändert sich durch diese wallartigen Bauten. Lebende Hecken dagegen bieten vielen bedrohten Vogel- und Insektenarten Schutz und Lebensräume." Wildlebende Tiere wie Igel bräuchten eine ausreichende Bodenfreiheit, um sich zwischen den Grundstücken bewegen zu können. Weiter heißt es: "Zäune oder Einfriedungen, die aus Kunststoffen hergestellt sind, belasten die Umwelt durch Herstellung und Beseitigung und sollen zukünftig für die Verwendung bei Einfriedungen ausgeschlossen sein." Vom Stadtbauamt wünscht sich die SPD-Fraktion dazu eine "nicht abschließende Positivliste". Entwarnung für Hausbesitzer: Bereits bestehende Einfriedungen sollen von der neuen Satzung nicht betroffen sein.

Vorgaben für Zäune und andere Einfriedungen gibt es bereits in zahlreichen Kommunen, etwa in der Stadt München, außerdem Landsberg, sowie Maisach, Gauting, Forstinning, Berg und Starnberg. Über eine Einfriedungssatzung verfügt auch die Gemeinde Gräfelfing.

© SZ vom 16.04.2021 / SZ
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