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Amtsgericht Dachau:Angeklagter erschießt Staatsanwalt in Gerichtssaal

Ein Mann hat während eines Prozesses am Dachauer Amtsgericht einen Staatsanwalt erschossen. Dies teilte das Justizministerium in München mit.

Am Mittwoch hat ein Angeklagter während der Verhandlung im Dachauer Amtsgericht den Staatsanwalt erschossen. Dies teilte das Justizministerium in München mit. Rettungskräfte versuchten noch, das Leben des jungen Staatsanwalts zu retten. Er erlag noch auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Verletzungen.

Nach SZ-Informationen war der Täter gegen 16 Uhr plötzlich aufgestanden und hatte fünf Schüsse aus einem Revolver abgegeben. Drei Kugeln trafen den Staatsanwalt an Schulter, Arm und im Bauch. Zuvor hatte der Angeklagte nach Polizeiangaben auch auf den Richter geschossen.

Das Opfer ist nach SZ-Informationen 31 Jahre alt und stammt aus München.

Bei der Verhandlung ging es nach SZ-Informationen um die Veruntreuung und Vorenthaltung von Arbeitsentgelt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd handelt es sich bei dem Angeklagten um einen nicht vorbestraften Arbeitgeber. Er soll Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 44.000 Euro nicht gezahlt haben. Das Strafmaß dafür liegt nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen einer Geldstrafe und fünf Jahren Haft.

Der 54 Jahre alte Täter wurde von Polizeibeamten, die in dem Prozess als Zeugen geladen waren, überwältigt und festgenommen.

Justizministerin Beate Merk ist bereits auf dem Weg nach Dachau, bestätigte das Justizministerium.

Unklar ist derzeit, wie der Angeklagte die Waffe unbemerkt in das Gerichtsgebäude bringen konnte. Die Behörden wollten noch am Abend auf einer Pressekonferenz über Einzelheiten des Tatablaufs unterrichten.

In einer vorherigen Version dieses Artikels haben wir das Alter des Täters mit 57 Jahren angegeben. Diese Information hat sich als falsch erwiesen. Der Täter ist 54 Jahre alt.

© Süddeutsche.de/dapd-bay/olkl/bica

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