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Am Bahnhof:Pendeln und Parken in Petershausen

Park and Ride

Bürgermeister Marcel Fath auf dem Gelände, wo der Parkplatz entsteht.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Weil es zu wenig Stellplätze rund um den S-Bahnhof in der nördlichen Landkreis-Gemeinde gibt, wird eine Fläche erweitert

Noch sprießt Gras auf dem Acker am Ortsrand von Petershausen. Aber nächstes Jahr werden Pendler dort 267 neue Parkplätze finden, in direkter Nähe zum S-Bahnhof Petershausen. Weil der bestehende Park-and-ride-Parkplatz mit Stellflächen für 1030 Fahrzeuge oft überfüllt ist, baut das Kommunalunternehmen Petershausen (KUP) die Kapazitäten weiter aus. Und auch wenn die Bauarbeiten erst im Frühjahr starten, stachen KUP-Vorstand Daniel Stadelmann, Bürgermeister Marcel Fath (FW), Landrat Stefan Löwl (CSU) und Bayerns Verkehrsstaatssekretär Josef Zellmeier schon einmal symbolisch den Spaten in den Boden. Schließlich geht es um ein wichtiges Projekt: Mit der Erweiterung verfügt Petershausen ab 2019 über "den größten Pendler-Parkplatz im gesamten MVV-Gebiet", sagte Bürgermeister Marcel Fath (FW).

Stau ist im Großraum München für Pendler leidvoller Alltag. Viele lassen das Auto außerhalb der Landeshauptstadt stehen und fahren mit Bahn oder Bus weiter. Im Norden des Landkreises hat sich Petershausen zu einem gefragten Umsteige-Ort entwickelt. Denn die 6800-Einwohner-Gemeinde verfügt über eine Bahnstation, an der neben den S-Bahnen auch die Eilzüge aus Nürnberg und Ingolstadt in Richtung München halten. Diese Schienenverbindung nutzen auch Bürger aus den nördlich angrenzenden Landkreisen Pfaffenhofen, Freising, Neuburg-Schrobenhausen und Aichach-Friedberg.

Eine Studie hat 2011 ergeben, dass 90 Prozent der Pendler, die in Petershausen am Bahnhof parken, von außerhalb kommen, wie KUP-Vorstand Stadelmann beim Spatenstich betonte. Um nun dem ständig steigenden Andrang der auswärtigen Bahnkunden gerecht zu werden, erweitert Petershausen den Parkplatz. Und leistet damit einen Beitrag, die Folgen des massiven Wachstums in der Boomregion zu bewältigen, so Verkehrsstaatssekretär Zellmeier. "Die Verknüpfung von Individualverkehr und öffentlichem Nahverkehr ist dabei das A und O."

Dabei hat die Erweiterung des Parkplatzes die Planer einige Nerven gekostet, wie Bürgermeister Fath erinnerte. Die ersten Überlegungen gab es im Gemeinderat schon 2013, doch unerwartete rechtliche Hürden taten sich auf. "Parken will jeder, aber die Begleiterscheinungen wie Verkehr und Lärm erträgt verständlicherweise niemand gerne", sagte Fath. Gemeinsam mit den Anwohnern seien einvernehmliche Lösungen gefunden worden, so dass nun gebaut werden kann. Das Kommunalunternehmen errichtet den Parkplatz mit einem Investitionsvolumen von 1,05 Millionen Euro, der Freistaat schießt 732 000 Euro zu, auch die Stadt München beteiligt sich finanziell. Aus dem Budget, das sich aus den Parkgebühren der Pendler speist, muss das Petershausener Kommunalunternehmen etwa 200 000 Euro leisten, so Vorstand Stadelmann.

Allerdings: Ein Plus von 267 Stellplätzen erscheine auf den ersten Blick nicht gerade viel, "angesichts von 44000 Fahrzeugen, die sich täglich durch Karlsfeld stauen", erklärte Landrat Stefan Löwl (CSU). Dennoch sei diese Investition sinnvoll. Denn jedes Auto, das in Petershausen parke, entlaste die Kreisstraßen, "fährt eben nicht durch Markt Indersdorf, Dachau oder Karlsfeld."

Klar ist für Löwl allerdings auch, dass weitere Maßnahmen folgen müssen. Auch für Petershausen hätte der Landrat noch eine Idee. Die Stadt München, so Löwl, könnte Gelder aus der Stellplatzablöse investieren, um in Petershausen weitere Parkflächen auf Parkdecks in oberen Stockwerken zu realisieren. "Zukunftsmusik", das weiß auch Löwl.

© SZ vom 25.09.2018
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