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Altomünster:Ortsentwicklung schreitet voran

Planungsbüro hat bereits mehrere Projekte im Landkreis durchgeführt

Höchstwahrscheinlich wird die Marktgemeinde ihr integriertes städtisches Entwicklungskonzept, kurz ISEK, mit dem Münchner Stadtplanungsbüro Dragomir angehen. Die Firma stellte sich bei der jüngsten Sitzung des Altomünsterer Gemeinderats vor, nachdem sie aus einem zweistufigen Bewerbungsverfahren als Sieger hervorgegangen war. Die Auftragsvergabe erfolgte indes im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung.

Altomünsters Bürgermeister Michael Reiter (FWG) verwies jedoch auf seine Verschwiegenheitspflicht, als er nach der Sitzung von der Dachauer SZ auf die Entscheidung angesprochen wurde. Doch da die Vorstellungsrunde vollkommen konfliktfrei verlief, ist von einem Vertrag zwischen der Kommune und dem Planungsbüro auszugehen.

Reiter wies allerdings darauf hin, dass die Regierung von Oberbayern erst noch der Beauftragung zustimmen müsse, denn der Staat trägt einen Großteil der Kosten. Die Münchner sind jedoch bestens bekannt, sie haben in den dreißig Jahren ihres Bestehens schon zahlreiche Projekte mit der Behörde erfolgreich abgewickelt, wie Sigrid Hacker, eine der Geschäftsführerinnen, dem Gremium erzählte. Sie trat zusammen mit Clara Berger auf, die als Projektleiterin fungieren soll.

Das Dragomir-Team ist auch im Landkreis bestens bekannt, es hat sowohl den ISEK-Prozess in Hebertshausen als auch in Petershausen erfolgreich gemanagt. Auch deren Rathauschefs Richard Reischl (CSU, Hebertshausen) und Marcel Fath (FW, Petershausen) äußerten sich wiederholt positiv über die Abläufe und Ergebnisse. Weitere Referenzen in der Region sind die Kommunen Geisenfeld, Reichertshofen (beide Landkreis Pfaffenhofen/Ilm), Gröbenzell (Fürstenfeldbruck), Weßling (Starnberg) oder auch Schongau (Weilheim-Schongau).

Das Büro beschäftigt derzeit 24 Mitarbeiter. Der Firmengründer Johannes Dragomir hat sich laut Hacker vor sechs Jahren in den Ruhestand verabschiedet und seine Anteile an die geschäftsführenden Gesellschafter Bettina Gerlach und Martin Birgel veräußert. Letzterer ist ein Architekt und wird ebenfalls zum Altomünsterer ISEK-Team dazustoßen. Er war bereits an dem Ortsentwicklungskonzept von Hebertshausen beteiligt.

Hacker bezeichnete ein "verträgliches Wachstum" als eines der obersten Ziele für Kommunen im Umland der Landeshauptstadt. Berger skizzierte den Projektablauf. Besonders wichtig ist den Münchnern demnach eine intensive Beteiligung der Bürgerschaft, sowie enge Abstimmungen mit dem Gemeinderat und der Verwaltung. Ob es Mitmach-Workshops in üblicher Form geben kann, weiß derzeit noch niemand. Berger sprach vage von einer verstärkten Nutzung der Homepage sowie sozialer Medien. Ein Terminus wie "virtuelles Bürgerforum" fehlte ganz. Dass die letzten Neuigkeiten des Büros auf deren Internetseite mit dem Datum Februar 2018 versehen sind, gibt zu denken.

Bürgermeister Michael Reiter (FW) hofft, dass ein Konzept in einem Zeitraum von rund zwei Jahren erarbeitet werden kann. Trotz der Pandemie.

© SZ vom 05.05.2021 / kram
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