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Altomünster:Neue Fahrzeuge für die Feuerwehr

Gemeinde investiert 500 000 Euro in Katastrophenschutz

Der Marktgemeinderat beschloss in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl den Ankauf von zwei Löschfahrzeugen für den Katastrophenschutz im Wert von rund 500 000 Euro. Der Freistaat fördert die Investition voraussichtlich mit 176 000 Euro. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe spielt bei dem Ankauf ebenfalls eine wichtige Rolle: Die Behörde hatte im Herbst 2017 rund 300 Löschfahrzeuge bei einem österreichischen Hersteller bestellt. Zu einem Großkundenrabatt, von dem eine einzelne Wehr nur träumen kann. Zum Vergleich: Der Bund zahlt nur 223 000 Euro pro Stück, eine Kommune muss für eine Einzelbestellung in der Regel mehr als 300 000 Euro ausgeben.

"An die Bestellung des Bundes kann man sich anschließen und von den Sonderkonditionen profitieren", berichtete Sebastian Eggendinger, der erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Altomünster, dem Gremium. Ende des vergangenen Jahres erfuhren die Altomünsterer Feuerwehrverantwortlichen von der Möglichkeit und machten sich an die Planungsarbeit. Eigentlich wollte die Gemeinde heuer zwei "Tragkraftspritzenfahrzeuge Wasser" für die Ortsfeuerwehren von Hohenzell und Wollomoos ankaufen. Das sind Einsatzfahrzeuge im Unimog-Format, die deutlich kleiner und schlechter ausgestattet sind als die Katastrophenschutzfahrzeuge, deren Karossengröße einem 7,5-Tonnen-Lastkraftwagen entspricht.

Eggendinger überzeugte das Gremium daher vom Ankauf der Großfahrzeuge. Sein wichtigstes Argument: Für die Tragkraftspritzenfahrzeuge entfällt der Sonderrabatt - für ihren Ankauf müsste der Kommune ebenfalls rund eine halbe Million Euro einkalkulieren. Die Katastrophenschutzfahrzeuge weisen laut Eggendinger noch weitere Vorteile auf: Sie sind geländegängig, mit einer zusätzlichen Tragkraftspritze ausgestattet, verfügen über 400 Meter mehr sogenannte B-Schläuche als ein Tragkraftspritzenfahrzeuge sowie einen 300 Meter langen B-Schlauch, der fahrend verlegt werden kann. "Gerade in Weilern und bei abgelegenen Höfen ein unschätzbarer Vorteil", betonte Eggendinger.

Wie ein Tragkraftspritzenfahrzeug verfügt ein Löschfahrzeug für den Katastrophenschutz über einen großen Löschmittelbehälter mit einem Volumen von 1000 Litern. Mit dem Katastrophenschutzfahrzeug können zudem neun Personen ausrücken, mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug nur sieben. Das heißt: Mit dem Großfahrzeug müssen weniger Feuerwehrler in hohem Tempo mit dem Privatfahrzeug zu einem Einsatzort fahren.

Um die Fahrzeuge sachgerecht abstellen zu können, müssen die Gerätehäuser in beiden Ortschaften mit neuen Abgasanlagen ausgestattet werden, zu rund 5000 Euro pro Stellplatz. Das bisherige Wollomooser Tragkraftspritzenfahrzeug wird ausgemustert, es stammt aus dem Jahr 1992. Das Hohenzeller Fahrzeuge, Baujahr 2004, erhält die Pipinsrieder Wehr und wird dort laut Eggendinger noch rund zehn Jahre seinen Dienst tun. Die Ausschreibung soll noch im laufenden Jahr angestoßen werden, die Mittel werden für den Haushalt 2021 eingestellt. Der Gemeinderat segnete die Investition einstimmig ab. Auf den Zuschauerbänken saßen rund vierzig Personen, vornehmlich Mitglieder der beiden Wehren.

© SZ vom 24.02.2020
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