Altomünster:Großeinsatz in der Grundschule

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Altomünster: Die Grund- und Mittelschule in Altomünster war am Mittwoch Schauplatz eines Großeinsatzes.

Die Grund- und Mittelschule in Altomünster war am Mittwoch Schauplatz eines Großeinsatzes.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

40 Lehrer und Schüler werden wegen Atemwegsbeschwerden behandelt. Die Polizei vermutet ein Pfefferspray als Ursache.

Von Gregor Schiegl und Helmut Zeller, Altomünster

Vermutlich ein Schüler hat am Mittwoch einen Großeinsatz von Rettungskräften in der Grund- und Mittelschule Altomünster ausgelöst. Die Polizei verdächtigt einen Schüler der 9. Klasse, im Gebäude Pfefferspray versprüht zu haben. Kurz vor der großen Pause, um elf Uhr, ging der Alarm in der Rettungsleitstelle ein. Lehrer und Schüler hatten plötzlich Hustenanfälle, sie verspürten Schmerzen im Hals und ihnen wurde schlecht. Ein Großaufgebot an Feuerwehren, Sanitätern und Polizei raste zur Schule im Faberweg. Notärzte und Sanitäter untersuchten im Pausenhof sofort 40 Pädagogen und Schüler, die über diffuse Atembeschwerden klagten. Dann das große Aufatmen: Keines der Opfer, überwiegend im Grundschulalter, hatte schwerwiegende gesundheitliche Schäden davongetragen, wie Björn Scheid, Erster Polizeihauptkommissar, der SZ sagte.

Niemand musste zur Behandlung ins Krankenhaus. Der beißende Geruch - offenbar die Ursache für die Atemwegsbeschwerden - verflüchtigte sich rasch durch kräftiges Lüften. Nur in einem Trakt war dieser Geruch aufgetreten, betroffen waren entsprechend auch nur die Lehrer und Schüler, die durch diesen Trakt zu ihren Klassenräumen gegangen waren. Der Korridor auf der Ebene 4 des Schulgebäudes sei, teilte der Polizeisprecher weiter mit, umgehend gesperrt worden. Zunächst hatten nur ein paar Kinder und Pädagogen über Kratzen, Brennen im Hals und Würgereize geklagt. Dann wurden es immer mehr. Lehrer räumten sofort den Trakt und brachten die Kinder in Sicherheit. Während die Feuerwehr zugange war, wurden die 40 betroffenen Schüler und Pädagogen ärztlich versorgt. Auch Schüler, die sich bereits in der Schülerbetreuung aufhielten, aber über Beschwerden klagten, wurden untersucht.

Angst vor einer Explosion

Die Feuerwehr Altomünster untersuchte mit ihrem Gasmessgerät den Schulhaustrakt auf verschiedene Gefahrenquellen wie Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid und andere giftige Stoffe. Die große Angst war, ob womöglich im Schulhaus die Gefahr einer Explosion bei etwa undichten Leitungen bestand. Aber das konnten die Feuerwehrmänner glücklicherweise rasch ausschließen. Die Retter fanden überhaupt keine Ursache für den beißenden Geruch. Aber bereits im Verlaufe ihres Einsatzes tauchten Gerüchte auf, wonach es sich um ein Reizgas gehandelt haben könnte - vielleicht ein Pfefferspray. Das konnte jedoch bisher nicht bestätigt werden, wie die Schulleitung mitteilte.

Die polizeilichen Ermittlungen ergaben aber schnell eine Spur und den konkreten Verdacht, dass ein Schüler der neunten Klasse im Gebäude mutwillig Pfefferspray versprüht haben könnte, wie Polizeisprecher Björn Scheid am Mittwoch sagte. Deshalb wurden von der Polizeiinspektion Dachau Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Wie Scheid meinte, könnte es sich durchaus um einen schlechten Spaß eines Schülers handeln, der wohl gar nicht ahnte, dass er damit einen Großeinsatz auslösen und andere Menschen gefährden würde.

"Rettungskette hat gut funktioniert"

Um elf Uhr hatte die Schulleitung auch das Rathaus über einen "schuluntypischen Geruch" informiert, wie Christian Richter, Geschäftsleiter der Gemeinde, sagte. Christian Richter und Bürgermeister Anton Kerle (CSU) fuhren sofort zur Schule. Kerle lobte am Mittwochnachmittag den reibungslosen Ablauf des Einsatzes: "Die Rettungskette hat gut funktioniert", sagte er. Auch wenn verständlicherweise viele Eltern besorgt gewesen seien, sei die wichtigste Botschaft dieses Tages für ihn gewesen, dass Lehrkräfte und Kinder "in guten Händen" gewesen seien. "Wir wollen nicht, dass hier Hysterie verbreitet wird." Gegen 14.30 Uhr zog die Feuerwehr wieder ab.

Wie die Schulleitung mitteilte, wurde den Eltern geraten, am Nachmittag zu beobachten, wie es ihren Kindern gesundheitlich geht. Die meisten werden vielleicht am Donnerstag schon wieder die Schule besuchen. Denn der Unterricht, erklärte die Schulleitung nach Absprache mit Ärzten, könne wie gewohnt stattfinden.

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