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Altomünster:Barockes Schmuckstück

Die Kirche St. Dionysius nimmt einen zentralen Platz in der Geschichte Pipinrieds ein.

(Foto: Stefan Salger)

Nach der Pipinsrieder Kirche St. Dionysius wird nun das benachbarte Pfarrheim saniert

Sie ist eines der barocken Schmuckstücke im Dachauer Land: die Kirche St. Dionysius in Pipinsried. Das Langhaus wurde im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts erbaut, Teile des Turms und des Chors stammen sogar aus dem 15. Jahrhundert. Vor zwei Jahren hatte die Diözese Augsburg die Sanierung der Kirche in Angriff genommen, jetzt soll das 106 Jahre alte Pfarrhaus folgen. Die Kosten werden auf etwa 180 000 Euro geschätzt.

Bei beiden Projekten geht es um die Dächer und die Fassaden - letzteres zu überschaubaren Kosten. Richtig ins Geld hingegen geht die statische Instandsetzung der mächtigen Kirchendachkonstruktion. Zudem müssen die Grundmauern der Kirche angefasst werden. Daher rechnete die Diözese vor zwei Jahren mit Gesamtkosten von rund 592 000 Euro, von denen 579 000 Euro zuschussfähig sind. Die Kirchenoberen wollten sich mit 347 400 Euro an dem Projekt beteiligen, das entspricht 60 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Der Rest wird durch Fördermittel und die Pfarrei finanziert. Die Marktgemeinde Altomünster beteiligt sich mit 20 000 Euro an dem Projekt - in einem ähnlichen Rahmen hatte sich auch ihr Engagement bei der Renovierung des Oberzeitlbacher Gotteshauses St. Maria und beim evangelischen Gemeindezentrum bewegt.

Nun ist das Pfarrhaus an der Reihe: Die Dachschalung und Eindeckung müssen erneuert werden, die Fassade sollte dringend auf Vordermann gebracht werden. Der finanzielle Aufwand ist deutlich geringer als bei der Kirche: Die Diözese spricht von insgesamt 115 000 Euro, für die Zuschüsse beantragt werden können, 69 000 Euro will sie selber aufbringen.

Das Haus ist vermietet. Der Mieter Andreas Bütow ist prominent: Der TV-Drehbuchautor entwickelte zum Beispiel die Mystery-Serie "Fluch des Falken" für den Bayerischen Rundfunk, die im Schloss Jetzendorf gedreht wurde. Da im Nordteil des Pfarrheims die kommunale Leichenhalle untergebracht ist, muss Altomünster für acht Prozent der Aufwendungen aufkommen, das entspricht einem Betrag von 9200 Euro. Doch auch an den restlichen Kosten wird sich die Marktgemeinde mit 8100 Euro beteiligen, im prozentual vergleichbaren Umfang wie beim benachbarten Gotteshaus. So beschloss es der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung. Altomünsters Amtsleiter Christian Richter vermutet, dass beide Projekte bis Jahresende abgeschlossen sein könnten. Ob es bei den kalkulierten Kosten bleibt, wird in Pipinsried allerdings angezweifelt. "Ich schätze, dass es auf einen siebenstelligen Betrag herausläuft", sagte Konrad Höß, der Vorsitzende des örtlichen Fußballvereins, der SZ.

Pfarrhaus und Kirche haben eine lange Geschichte. Von Anfang an gehörte Pipinsried zum Bistum Augsburg. Bis 1974 war es eine eigenständige Pfarrei. Bis 1988 gehörte Pipinsried zu einer Pfarreiengemeinschaft mit Tandern, dann sieben Jahre lang zu einer Gemeinschaft mit Hilgertshausen. Seit 1995 gibt es eine Pfarreiengemeinschaft, in der alle drei Pfarreien vereint sind. Schon im 13. Jahrhundert entstand in Pipinsried die erste Kirche. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde eine neue Kirche erbaut, davon sind Reste im Chor und Turm bis heute erhalten geblieben. Das Kirchenschiff wurde um 1729 neu gebaut und barock eingerichtet. 1908 entfernte man die inzwischen eingebaute neugotische Einrichtung, das Innere der Kirche wurde neu im alten barocken Stil ausgestattet und vom Maler Sebastian Wirsching ausgemalt.

© SZ vom 23.02.2017
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