Flucht nach Dachau:Als die Hoffnung fast erloschen ist

Lesezeit: 4 min

Afghanische Frauenrechtlerin und Anwältin aus Kabul, Flucht nach Dachau

Nilofar Mukdad (im blauen Mantel) ist sicher mit ihrer Tochter Sultana (rechts) und ihren zwei Söhnen Wali (links) und Sharif (Mitte) aus Kabul in Dachau angekommen, dank Schwester Mayla Mukdad (Zweite von links).

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die afghanische Frauenrechtlerin Nilofar Mukdad musste sich monatelang in Kabul vor den Taliban verstecken. Jetzt hat sie es nach Dachau geschafft - dank der Beharrlichkeit ihrer Schwester.

Von Joshua Beer, Dachau

Drei Monate lebten sie in ständiger Gefahr, zogen nachts in Kabul von Haus zu Haus, von Keller zu Keller. Drei Monate Angst. "Wir wussten nicht, was den nächsten Tag, die nächste Stunde passieren wird", erinnert sich Nilofar Mukdad an ihre Flucht vor den radikalislamistischen Taliban. Die afghanische Frauenrechtlerin sitzt nun in Dachau in einem kalten - weil gelüfteten - Konferenzraum zwischen ihrer Schwester Mayla Mukdad und ihrer Tochter Sultana. Alle ihre Namen sind geändert, weil nur ein Teil der Familie Visa für Deutschland erhalten hat: neben Nilofar Mukdad und ihrer Tochter noch zwei Söhne. Ihr Ehemann sowie ein dritter Sohn und dessen Familie sind in Afghanistan verblieben und schweben weiterhin "in großer Gefahr", wie Schwester Mayla Mukdad sagt. Sie floh bereits 1996 vor dem damaligen Taliban-Regime aus Afghanistan und leitet heute ein Kinderhaus in Dachau. Von hier aus half sie ihrer Schwester Nilofar Mukdad - die damals in der Heimat blieb - in den vergangenen Monaten bei deren Flucht. Am Wochenende landete die Frauenrechtlerin schließlich in Hannover.

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